Shinjuku Gyoen National Garden mit blühenden Kirschbäumen und Teich

In my Hood: Unterwegs in Shinjuku, Tokio

„Pokémon“-Produzentin Ayaka Sekiguchi vom auf Anime spezialisierten Fernsehsender TV Tokyo hat uns durch ihr buntes Viertel Shinjuku geführt

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3 Min. Lesezeit
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Willkommen in Neonlicht-Tokio. Ich liebe das bunte Durcheinander in den Straßen von Shinjuku. Am größten Bahnhof Japans steigen jeden Tag drei Millionen Menschen (!) ein und aus. An den Hochhausfassaden blinken Neonreklamen, in den Clubs und Karaokebars wird bis spät in die Nacht gefeiert und in Sachen Mode gilt: Alles ist erlaubt! Der Stadtteil ist ständig in Bewegung und das Energielevel extrem hoch.

Menschenmenge bei Nacht in einem belebten Einkaufsviertel in Tokio, umgeben von Neonlichtern
Blinkende Neonreklamen und nicht enden wollende Menschenströme: „Das Energielevel von Shinjuku ist extrem hoch“, sagt Ayaka Sekiguchi (© Irwin Wong; Header-Bild © Alamy)
Innenansicht eines Cafés mit einer großen Theke
Das Hatake Café in Shinjuku – eine der Spezialitäten des Hauses ist frisch gepresste Limetten-Limonade mit hausgemachtem Ingwersirup (@Irwin Wong)
Eine Frau mit einem weißen T-Shirt und kurzen Haaren vor einem leuchten Neonlicht
Ayaka Sekiguchi entdeckt immer wieder Neues in ihrem Viertel Shinjuku (© privat)

Bei Coffee Seibu, nur fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt, habe ich trotzdem jedes Mal das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Das berühmte Kissa – so nennt man Cafés in Japan – existiert bereits seit 1964 und hat noch immer die gleiche bunte Glasdecke wie vor über 60 Jahren. Hier sitze ich gern auf einer der roten Samtbänke, frühstücke ein Sandwich und blicke auf die Menschenströme vor dem Fenster. Oder ich starte im Hatake Café ein paar Straßen weiter mit frisch gepresster Limetten-Limonade mit hausgemachtem Ingwersirup in den Tag. In dem Laden dreht sich alles um Gesundheit und Schönheit – und ich komme mir jedes Mal etwas attraktiver vor, wenn ich hier eine Gemüsesuppe oder einen Salat gegessen habe.

Obwohl ich in Shinjuku wohne, entdecke ich dort immer wieder Neues. Ob Galerien, Geschäfte oder Bars – die Auswahl ist einfach riesengroß. Allein im Gassengewirr von Golden Gai verstecken sich über 200 Kneipen. Viele von ihnen sind nicht größer als 13 Quadratmeter. Riesig wirkt im Vergleich dazu das Kaufhaus Isetan aus dem Jahr 1933. Hier werden neben Mode auch alle nur erdenklichen japanischen Köstlichkeiten angeboten. Mein Favorit ist der hausgemachte Zitronensirup. Ein tolles Mitbringsel für Besucher:innen aus dem Ausland. Magisch schön ist auch der Pflanzenladen Daiichi Engei, wo ich mir gerne besondere Blumen wie etwa Regenbogen-Rosen kaufe.

Überraschenderweise hat Shinjuku auch in Sachen Natur viel zu bieten: Shinjuku Gyoen mit seinen japanischen, französischen und englischen Landschaftsgärten ist einer der größten und schönsten Parks der Stadt. Besonders zur Kirschblüte, wenn hier über 1.500 Kirschbäume blühen. Hier komme ich zur Ruhe, genauso wie im warmen Quellwasser des Thermalbades Thermae-yu im Zentrum von Shinjuku. Abends findet man mich im Restaurant Don-Don, das die weltbesten kalten koreanischen Nudeln serviert – oder im Tatsuyoshi mit einer großen Auswahl an Currys und Udon-Gerichten.

Ein Ort mit Kultstatus ist das Baseball-Batting-Zentrum Shinjuku Batting Center, das zahlreichen Videospielen als Kulisse gedient hat. Es bringt sehr viel Spaß, dort abends mit Freund:innen ein paar Bälle abzuschlagen. Eines von vielen besonderen Erlebnissen, die Shinjuku zu bieten hat.

Zur Person:

Ayaka Sekiguchi stammt aus Ibaraki, nördlich von Tokio. Sie arbeitet als verantwortliche Produzentin für die Animationsserien „Pokémon“ und „Mashin Hero Wataru“ bei TV Tokyo. Weil hier alle Menschen so sein können, wie sie es sich vorstellen, liebt sie die Stadt. Als Kind war sie oft mit ihren Eltern in Tokio und bezeichnet das Viertel Shinjuku, in dem sie heute lebt, seither als ihren Spielplatz. Ihr derzeitiges Projekt ist der Film „Me and Roboco“.

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