Studioaufnahme eines Kochs mit verschränkten Armen, der in die Kamera guckt.

What I've Learned in Mexiko-Stadt: Meine Erfahrungen

Der niederländische Barkeeper Eric van Beek kam 2019 nach Mexiko-Stadt. Seine Bar gehört zu den drei besten der Welt. Hier erzählt er, welche Erfahrungen er in dieser Zeit gemacht hat

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3 Min. Lesezeit
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Die Größe

Mexiko-Stadt ist mit 22 Millionen Menschen eine der größten Städte der Welt. Meine Sorge, dass ich in dieser Menge verloren gehen könnte, war jedoch unbegründet. Es gibt hier keine Skyline, keine von Werbung beleuchteten Mega-Kreuzungen. Die Stadt ist auf angenehme Art fragmentiert: Das Leben zentriert sich um kleine Plätze oder Märkte. Selbst wenn man aus einer gemütlichen Stadt wie Amsterdam kommt, fühlt man sich schnell zu Hause. 

Die Natur

Es wuchert in den Straßen! Entlang der Gehwege wachsen Birkenfeigen und Eschen, die Schatten spenden und mit ihren Wurzeln auch mal das Pflaster aufsprengen. An vielen Mauern ranken Kletterpflanzen, und Jacarandas blühen auf den Plätzen. Selbst ein Highway wurde mit vertikalen Gärten bepflanzt. Das Grün ist wie ein Dschungel mitten in der Stadt. 

Rückenansicht eines Paar, das durch einen Park schlendert.
Typisch für die mexikanische Stadt: Menschen zeigen gern, dass sie zusammengehören (© Getty Images; Header-Bild © Getty Images)
Strasse mit Autos und Bäumen auf dem Mittelstreifen.
Mexiko-Stadt ist eine sehr grüne Stadt: Es gibt sogar Straßen, die von vertikalen Gärten gesäumt werden (© Getty Images)
Taco auf einem Teller.
Vielfältige Küche: ein Taco mit Hoja Santa, dem Mexikanischen Blattpfeffer (© Getty Images)

Das Essen

Bevor ich herkam, kannte ich nur Tex-Mex-Essen – und konnte damit nichts anfangen. Dabei ist die wahre mexikanische Küche vielfältig und voller intensiver Aromen. So wie das Hoja Santa, dessen Blätter zum Beispiel Tacos eine Lakritz-Note geben. Oder die Chicatanas, fliegende Ameisen, die nach geräucherter Schokolade schmecken. Mein Eindruck: Die Menschen hier lassen sich auch auf ihnen unbekannte Zutaten gern ein. Kein Wunder also, dass die gefeierte Köchin Elena Reygadas oder der Star-Koch Enrique Olvera aus Mexiko-Stadt kommen. 

Die Spiritualität

Ein bisschen Aberglaube gehört hier dazu. Viele meiner Mitarbeitenden brennen zu Hause zum Beispiel Räucherwerk ab, um die Wohnung von schlechten Schwingungen zu reinigen. Das bekommt man auf dem Mercado de Sonora. Ich kaufe dort Palo Santo, ein aromatisches Holz, das einem unserer Cocktails seine balsamische Note gibt. 

„22 Millionen Menschen sind ein riesiges Publikum.“
Erik van Beek

Das Miteinander

Die Menschen sind hier körperlicher, als ich es aus den Niederlanden kenne. Paare sitzen küssend im Park. Es wird viel Händchen gehalten und sich umarmt. Auch Freunde nehmen sich eher mal in den Arm. Ungewohnt, aber schön. 

Das Ausgehen 

Mit 22 Millionen Menschen gibt es hier ein riesiges Publikum – und entsprechend von allem mehr: mehr Cafés, mehr Restaurants, mehr Bars. Der „Abend“ in Mexiko-Stadt beginnt früh, gern schon mit Drinks um 17 Uhr. Dafür ist das Abendessen dann etwas später. 

Die Drinks

Getrunken wird hier recht geradlinig: Dass eine junge Frau bei uns in der Bar ein Bier und einen Mezcal ordert, ist zum Beispiel nicht ungewöhnlich. Wer glaubt, mit Tequila und Mezcal schon alle Spirituosen zu kennen, dem empfehle ich Raicilla, Bacanora, Sotol und Pox. Raicilla und Bacanora basieren auf verschiedenen Agavensorten, haben ein breites geschmackliches Spektrum. Sotol wird aus Dasylirien gebrannt und hat eine erdige Note. Pox ist ein Destillat aus Weizen und Mais mit einem unverkennbaren Geschmack, ein bisschen wie eine Tortilla. 

Zur Person

Als der Holländer Eric van Beek 2019 nach Mexiko-Stadt kam, fürchtete er, unter den 22 Millionen Menschen der Metropole unterzugehen. Die Sorge war unbegründet. Heute betreibt er mit dem Handshake Speakeasy im Stadtviertel Juárez eine der Top-3-Bars der Welt. 

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