Innenansicht des Seven North mit gedecktem Tisch und Barbereich

In My Hood: Unterwegs im 7. Bezirk, Wien

Die Österreicherin Theresa Kaindl fand in Wien zu mehr Gelassenheit. Wo die Modefotografin im 7. Bezirk shoppen geht, welche Restaurants exzellente vegetarische Küche bieten und wo sie sich beim Yoga wie in Brooklyn fühlt

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4 Min. Lesezeit
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Früher dachte ich immer: Was willst du als Modefotografin in Wien? Viel zu langweilig! Also zog ich für ein Jahr nach New York; sieben Jahre lebte ich in Berlin. Eine Beziehung lockte mich dann doch in die Hauptstadt meiner Heimat. Sie ist zwar vorbei, aber geblieben bin ich trotzdem – und sehr glücklich darüber. Ich habe hier erst gemerkt, dass ich – speziell nach der Zeit in Berlin – auf der Suche nach mehr Ruhe war. Das Überschaubare passt gut zu meinem jetzigen Lebensabschnitt – und die Schönheit Wiens zu mir als visuellem Menschen.

Selbstportrait von Theresa Kaindl mit Kamera vorm Spiegel
Selbstporträt der Fotografin Theresa Kaindl: „Ich fand in Wien mehr Ruhe“ (© Theresa Kaindl; Header-Bild © Sircle Collection)
Pflanzenladen Calienna in Wien mit Café und Bücherregal
Das Beste aus drei Welten: Im Calienna gibt’s neben gutem Kaffee auch Pflanzen und Bücher (© Julius Hirtzberger)
Vegane Kuchen und Muffins im Café Ausnahmsweise in Wien
Süß, lecker – und vegan: Kuchen und Muffins im Café Ausnahmsweise (© Raphaela Aigner und Julian Girsch)

Unterwegs in Wiens coolem Hipsterbezirk

Meine Wohnung befindet sich im 6. Bezirk, allerdings bin ich meistens im 7. unterwegs, der auch Neubau heißt – und man sagt, dass das der coole Hipsterbezirk ist. Allein die Neubaugasse ist voller Läden, die genau nach meinem Geschmack sind: Wer wie ich den skandinavischen Stil liebt, wird im Copenhagen Hus fündig. Dort gibt es fast alles im Skandi-Style – von Möbeln und Wohnaccessoires über Kleidung bis zu Kosmetikprodukten.

Ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite befindet sich der Laden Dancing Shiva. Ich beschäftige mich viel mit gesunder Ernährung und holistischen Heilmethoden, und hier werden sehr spezielle Produkte dafür angeboten: etwa Pulver aus Vitalpilzen, seltene Öle und Superfoods. Ebenfalls in der Neubaugasse: das Calienna, ein stylisher Pflanzenladen mit einem Café, in dem die Besucher:innen ihren Cappuccino oder Matcha zwischen Kakteen, tropischen Zimmerpflanzen und meterhohen Palmen schlürfen.

Für die perfekte Pizza geht’s in den 8. Bezirk

Ich ernähre mich seit einiger Zeit glutenfrei. Im Land der Mehlspeisen ein echtes Problem. Zum Glück locken im Café Ausnahmsweise köstliche glutenfreie und vegane Kuchen – und das direkt um die Ecke meiner Wohnung. Heaven! Die beste glutenfreie Pizza der Stadt führt mich immer wieder ins Pizza Bussi Ciao. Das liegt zwar im 8. Bezirk, aber für meine geliebte Bufala nehme ich die 25 Gehminuten gern in Kauf.

Im Schwein, lustigerweise ein Restaurant, in dem ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte auf der Karte stehen, kann ich die Crispy Artichokes, frittierte Artischocken mit Cashewcreme, sehr empfehlen. Und: Das Interior ist ausgesprochen schön! Das gilt auch für das Seven North, ein israelisches Restaurant, in dem ich am liebsten mit Freund:innen viele kleine Gerichte zum Teilen bestelle, und das Café Azzurro, an dem ich besonders die minimalistische Einrichtung und die coole Atmosphäre schätze.

Wenn mich Freund:innen besuchen, müssen sie mit mir ins Yogastudio im 6. Bezirk gehen: Im y.lab komme ich mir immer wie in Brooklyn vor, weil es sich in einem alten Lagerhaus aus Backstein befindet. Manchmal finden dort auch sogenannte Electronic Sound Baths satt, bei denen man sich völlig in die Musik fallen lässt – wie in eine Badewanne.

Bei schönem Wetter spaziere ich durch den 7. Bezirk in Richtung Innere Stadt, vorbei am Kunsthistorischen Museum, zum Burggarten. Man findet mich dort oft, meistens versunken in ein gutes Buch. Apropos: Hafi Books + Coffee, ein Buchladen mit Café, bietet eine großartige Auswahl an englischer Literatur sowie Design- und Fotobüchern.

In Bars zieht es mich abends nicht mehr oft. Mein Bekanntenkreis trifft sich meistens im Atelier meines Freundes Thomas Schrenk, der wunderbare abstrakte Bilder malt. Das Atelier ist eigentlich nicht öffentlich zugänglich, aber wer nett anfragt, bekommt sicherlich eine Führung.

Zur Person

Theresa Kaindl wuchs im Salzburger Land auf, ihre Karriere als Modefotografin führte sie nach New York und Berlin – und auf Reisen in die ganze Welt. Seit 2022 lebt Kaindl in Wien. Zu ihren Auftraggebern gehören namhafte Modehäuser und Fashion-Magazine.

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