Besucher:innen beobachten historische Gemälde in der Pinacoteca di Brera in Mailand

A Perfect Day: Mailand an einem Tag

Für Yasmine Candussio ist Mailand das München Italiens. Die Stadt ist elegant, architektonisch spannend, hat viele Parks und liegt ganz in der Nähe der Berge. Was man gegessen und erlebt haben muss? Yasmine verrät uns ihren perfekten Tag

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4 Min. Lesezeit
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9 Uhr: Brioche und los geht’s 

In Italien wird eher wenig gefrühstückt. Ich passe mich da immer an und starte morgens in einem der vielen Cafés mit einem Brioche – so heißt das in Mailand, obwohl es französisch klingt. Ich gehe am liebsten zu Tre Marie in San Babila. Ganz ehrlich: So schmeckt es nur in Italien! 

10 Uhr: Morgenlicht in der Galleria und People Watching 

Gestärkt vom süßen Gebäck laufe ich Richtung Dom und mache erst einmal einen kleinen Schlenker durch die Galleria Vittorio Emanuele II mit ihren eleganten Boutiquen großer Modemarken. Morgens ist sie noch angenehm leer, das Licht fällt durch die Glaskuppel, der Mosaikboden glänzt … Architektonisch wirklich beeindruckend!  

Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand mit verziertem Boden und flanierenden Menschen
Galleria Vittorio Emanuele II: architektonisch beeindruckend und perfekt fürs People Watching (© Pinacoteca di Brera, Milano/Getty Images, Headerbild © Shutterstock)

11 Uhr: Rauf auf den Dom 

Der „Duomo“ (Dom) ist das Herz von Mailand – ein Pflichtstopp, klar. Ich spare mir das Innere und gehe direkt aufs Dach. Dort kann man einmal außen herumspazieren, ist ganz nah an den filigranen Türmen – und bei gutem Wetter reicht der Blick bis zu den Alpen. Vormittags ist es etwas ruhiger, das mag ich. Zum Sonnenuntergang ist es dort oben besonders stimmungsvoll – allerdings unbedingt vorher die Öffnungszeiten der Dachterrasse prüfen. Im Sommer geht die Sonne oft erst unter, wenn oben schon geschlossen ist. 

Gotische Türme und Besucher:innen auf dem Dach des Mailänder Doms
Einmal auf dem Dach des Mailänder Doms zu flanieren, ist ein Muss (© Veneranda Fabbrica del Duomo di Milano)

12.30 Uhr: Entspannen in der grünen Lunge Mailands 

Vom Dom aus laufe ich weiter zum Castello Sforzesco, einem riesigen Stadtschloss mit Türmen, Innenhöfen und einem Museum. Einmal durch die Innenhöfe, und schon lande ich im Parco Sempione. Er erinnert mich an den Englischen Garten in München, nur eben etwas kleiner. Hier joggen, lesen oder picknicken die Mailänder:innen. Wer keine Höhenangst hat, sollte mit dem Fahrstuhl den rund 100 Meter hohen Torre Branca besuchen. Der Ausblick ist super! Nach meinem Spaziergang im Grünen kehre ich bei der Taverna dei Golosi zum Mittagessen ein.  

14 Uhr: Bummeln in Brera 

Auf geht’s zum Bummeln nach Brera, das als charmantes Kunst- und Modeviertel bekannt ist. Ich stöbere hier gern durch Concept Stores, Papeterien oder Vintage-Läden. Wer Kunst dem Shopping vorzieht, sollte sich die Pinacoteca di Brera nicht entgehen lassen: ein beeindruckendes Museum mit Werken von Caravaggio, Raffael und anderen italienischen Meistern. 

16 Uhr: Mailand, aber modern 

Bereit für etwas ganz anderes? Weiter geht’s in das „moderne“ Mailand. An der Piazza Gae Aulenti ist die Stadt plötzlich ganz futuristisch. Daneben ragen die begrünten Zwillingstürme des Bosco Verticale in den Himmel. Das Wohnhochhausprojekt hat sogar einige Preise gewonnen. Im Parco Biblioteca degli Alberi spaziert man zwischen Wildblumen, Bäumen und geometrischen Wegen und legt auf der Wiese eine Pause ein.  

Grüne Hochhausfassade des Bosco Verticale in Mailand
Die begrünten Türme des Bosco Verticale sind zu einem Wahrzeichen Mailands geworden und liegen am Rande einer schönen öffentlichen Parkanlage (© Shutterstock)
Italienische Antipasti mit Oliven, Nüssen, Käse, Schinken und Brotstangen auf einem gedeckten Tisch
Nach einem guten Apericena braucht es eigentlich kein Abendessen mehr (© Getty Images)
Abendstimmung im Mailänder Navigli-Viertel mit beleuchteten Restaurants am Kanal und flanierenden Menschen
Mailands magischster Moment: Sonnenuntergang an einem der Kanäle im Stadtteil Navigli (© Alamy)

18.30 Uhr: Apericena in Porta Venezia 

Hunger? Das pulsierende Viertel Porta Venezia ist mein Lieblingsviertel für den Apericena – eine Art erweiterter Aperitivo. Man trifft sich auf einen Drink, bekommt aber so viele Snacks oder ein kleines Buffet dazu, dass man sich das Abendessen oft spart. Rund um die Via Melzo ist abends richtig was los. Die Bars sind voll, die Leute stehen draußen mit einem Spritz oder Negroni in der Hand, quatschen auf dem Gehweg … Das Viertel ist übrigens auch das Zentrum der LGBTQIA+-Community – sogar der U-Bahn-Steig ist hier in Regenbogenfarben gestaltet.  

20 Uhr: Abendessen am Wasser 

Für den Abend ziehe ich weiter ins romantische Navigli. Die Kanäle, das Licht, die kleinen Restaurants – ein bisschen wie in Venedig. Ich esse oft Risotto alla Milanese, was typischerweise mit Safran zubereitet wird. Schick! Am liebsten sitze ich direkt am Wasser. Entlang des Kanals Naviglio Grande reiht sich ein Restaurant ans nächste. Wer mag, probiert sich durch und findet so vielleicht sein ganz persönliches Lieblingsrisotto. Wenn ich noch viel Energie habe, gehe ich nach dem Abendessen wieder zurück nach Porta Venezia. Am liebsten zur Via Panfilo Castaldi, da ist selbst nach Mitternacht unter der Woche noch was los. Oder ich bin schon müde und schlendere einfach noch ein bisschen durch die nächtlichen Gassen. Ich liebe die ruhige Stimmung und die Lichter, die sich im Wasser spiegeln. 

Zur Person

Yasmine Candussio ist seit 2023 als Marketing-Managerin EMEA bei Lufthansa tätig und beruflich häufig in Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien unterwegs. Am liebsten entdeckt sie neue Städte zu Fuß – immer auf der Suche nach guten Cafés, kleinen Shops und kulinarischen Überraschungen.

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