Traditionelle koreanische Gasse mit Hanok-Häusern im Dorf Bukchon, Seoul, mit dem Namsan Tower im Hintergrund

A Perfect Day: Seoul an einem Tag

Jee-Hae Youms Eltern stammen aus Südkorea. Seit sie bei Lufthansa arbeitet, besucht sie die Heimat ihrer Familie einmal im Jahr. Hier ihre Insider-Tipps für einen perfekten Tag in Seoul, vom besten Frühstück bis zum nächtlichen Chill-out am Han River

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5 Min. Lesezeit
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9 Uhr: Frühstücken im Hanok-Dorf

Ich starte am liebsten dort in den Tag, wo das alte Seoul auf die Moderne trifft: im Bukchon Hanok Village. Die vielen trendigen Cafés in den traditionellen Hanok-Häusern bieten zahllose Frühstücksvariationen an. Alle sind empfehlenswert, also schlendern Sie einfach durch das Viertel und lassen Sie sich dort nieder, wo es Ihnen gefällt – oder wo Platz ist. Ich mag das Thanks, Oat sehr gern, wo ich zu einer Frühstücksbowl einen köstlichen Kaffee trinke. Ebenfalls empfehlenswert in der Gegend: das Waoak, das allerdings erst mittags öffnet. Im schönen Innenhof spielt man Go – die Steine dafür gibt‘s im Café – oder bewundert die Aussicht von der Terrassenseite.

10 Uhr: Kunst bewundern und nach Mitbringseln stöbern

Nach einem ausgiebigen Frühstück spaziere ich weiter durch das Hanok-Dorf. Mich fasziniert nicht nur die alte koreanische Architektur, auch die vielen Kunstgalerien, die sich in der Gegend angesiedelt haben, ziehen mich magisch an. Nur keine Schwellenangst: Die Besitzer:innen freuen sich, wenn man Interesse an den ausgestellten Werken zeigt und sich in Ruhe umschaut. Die Galerie Hanok und die Kukje Gallery sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Und nach kleinen Geschenken stöbere ich gern bei Bukchon Pen Drawing.

Eine Frau fotografiert eine große, reflektierende rosa Kunstinstallation in einer Galerie in Seoul
Kukje Gallery: moderne Kunst im historischen Hanok Village (© Alamy; Header-Bild © Getty Images)

11 Uhr: Ein Palastbesuch in koreanischer Tracht

Heute Vormittag aber ist keine Zeit für Shopping, denn der Gyeongbokgung-Palast und das National Palace Museum, das sich auf demselben Grundstück befindet, stehen auf meinem Programm. Mein Special-Tipp: Um den Palast herum gibt es viele Läden, in denen man sich die koreanische Tracht Hanbok leihen kann – und wer die trägt, hat freien Eintritt zu allen fünf Palästen der Stadt!

Der historische Gyeongbokgung-Palast in Seoul, Südkorea, mit dem Berg im Hintergrund
Der Gyeongbokgung-Palast ist einer der fünf großen Paläste der Stadt (© Getty Images)

13 Uhr: Köstlich lunchen in ungezwungener Atmosphäre

Für ein ungezwungenes und sehr leckeres Mittagessen schaue ich im Gaeseong Traditional Dumpling House vorbei. Mein Geheimtipp: Bestellen Sie Mandu guk, eine köstliche Suppe, in der Mandu, gefüllte Teigtaschen, schwimmen. Aber auch die Steamed and Assorted Gaesong Mandu – zwei mit Kimchi gefüllt, zwei mit Schweinefleisch und zwei mit Pilzen – kommen dampfend heiß und duftend auf den Teller. Sie schmecken einfach göttlich, was auch der renommierte Guide Michelin so sieht, der diesem äußerlich schlichten Restaurant seit Jahren eine Bib-Gourmand-Empfehlung verleiht, was so viel bedeutet wie: hervorragende Küche, moderate Preise.

14 Uhr: Wandern und den Ausblick von einer Rooftop-Bar genießen

Nach dem Mittagessen tut ein bisschen Bewegung gut. Meine Empfehlung: eine Wanderung hinauf zum N Seoul Tower, der im idyllischen Namsan-Park liegt. Um Zeit zu sparen, fahre ich ein Stück mit dem Bus, bis zum Turm geht es allerdings nur zu Fuß. Dann noch eine kurze Fahrt im Aufzug, und voilà: Die Stadt liegt mir zu Füßen! Auf dem Weg nach unten entscheide ich mich für die südwestliche Route, weil ich im Yongsan District eine tolle Rooftop-Bar entdeckt habe: Noop. Der Eingang liegt zwar ein wenig versteckt in einer Tiefgarage, ist durch die Beschilderung aber gut zu finden. Hoch geht es wieder mit dem Aufzug – und oben angekommen, entspanne ich mich mit einem erfrischenden Getränk und ein paar Snacks.

Zwei Frauen in traditionellen koreanischen Hanboks machen Fotos an einer historischen Pagode in Seoul
Wer den Hanbok, die koreanische Tracht, trägt, hat freien Eintritt zu den Palästen Seouls (© Getty Images)
Ein üppig grüner Parkweg in Seoul führt zu einem beeindruckenden Aussichtsturm unter einem klaren blauen Himmel
Perfekt für ein wenig Bewegung: eine Wanderung durch den Namsan-Park zum N Seoul Tower (© Shutterstock)
Verschiedene koreanische Gerichte, darunter Kimchi, frisches Gemüse und mariniertes Fleisch, auf einem Holztisch
Unbedingt probieren: traditionelles koreanisches Barbecue (© Getty Images)

18 Uhr: Sich von der Baseballbegeisterung der Koreaner:innen anstecken lassen

Das Abendessen schenke ich mir und besuche stattdessen ein Baseballspiel im Jamsil- Stadion. Was viele nicht wissen: Die Koreaner:innen sind ganz vernarrt in diesen eigentlich uramerikanischen Sport. Die Atmosphäre ist entsprechend ausgelassen und mitreißend. Zu essen gibt es allerdings trotzdem etwas: koreanisches Fried Chicken oder frittierte Käsebällchen. Dazu gibt‘s, wie könnte es anders sein, ein erfrischendes Bier.

Wer keine Lust auf ein sportliches Spektakel hat, sondern kulinarische Höhenflüge bevorzugt, der sollte unbedingt Korean Barbecue probieren. Meine Favoriten: das Honey Pig House für gegrilltes Schweinefleisch oder Kkochsaljib für alle, denen Rindfleisch besser schmeckt.

21.30 Uhr: Chillen am Han-Fluss

Um den Abend ausklingen zu lassen, setze ich mich im Ttukseom Hangang Park an den Fluss. Wer noch Hunger (oder zumindest Appetit) hat, holt sich in einem der zahlreichen Convenience-Stores der Gegend noch eine Schüssel Ramen zum Mitnehmen. Wer es etwas früher schafft: Gegen 20.30 Uhr finden am Han River immer wieder mal gigantische Drohnenshows statt und stellen die meisten Feuerwerke in den Schatten.

Zur Person

Jee-Hae Youm arbeitet seit 2019 im Lufthansa Social-Media-Team als Referentin Media Production. Obwohl sie nicht zum fliegenden Personal gehört, kommt Youm viel herum. Neben ihrem jährlichen Südkorea-Besuch reist sie jedes Jahr in ein Land, in dem sie noch nie zuvor war. Zuletzt waren das Brasilien, Kolumbien und Réunion.

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