A Perfect Day: Seoul an einem Tag
Jee-Hae Youms Eltern stammen aus Südkorea. Seit sie bei Lufthansa arbeitet, besucht sie die Heimat ihrer Familie einmal im Jahr. Hier ihre Insider-Tipps für einen perfekten Tag in Seoul, vom besten Frühstück bis zum nächtlichen Chill-out am Han River
9 Uhr: Frühstücken im Hanok-Dorf
Ich starte am liebsten dort in den Tag, wo das alte Seoul auf die Moderne trifft: im Bukchon Hanok Village. Die vielen trendigen Cafés in den traditionellen Hanok-Häusern bieten zahllose Frühstücksvariationen an. Alle sind empfehlenswert, also schlendern Sie einfach durch das Viertel und lassen Sie sich dort nieder, wo es Ihnen gefällt – oder wo Platz ist. Ich mag das Thanks, Oat sehr gern, wo ich zu einer Frühstücksbowl einen köstlichen Kaffee trinke. Ebenfalls empfehlenswert in der Gegend: das Waoak, das allerdings erst mittags öffnet. Im schönen Innenhof spielt man Go – die Steine dafür gibt‘s im Café – oder bewundert die Aussicht von der Terrassenseite.
10 Uhr: Kunst bewundern und nach Mitbringseln stöbern
Nach einem ausgiebigen Frühstück spaziere ich weiter durch das Hanok-Dorf. Mich fasziniert nicht nur die alte koreanische Architektur, auch die vielen Kunstgalerien, die sich in der Gegend angesiedelt haben, ziehen mich magisch an. Nur keine Schwellenangst: Die Besitzer:innen freuen sich, wenn man Interesse an den ausgestellten Werken zeigt und sich in Ruhe umschaut. Die Galerie Hanok und die Kukje Gallery sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Und nach kleinen Geschenken stöbere ich gern bei Bukchon Pen Drawing.
11 Uhr: Ein Palastbesuch in koreanischer Tracht
Heute Vormittag aber ist keine Zeit für Shopping, denn der Gyeongbokgung-Palast und das National Palace Museum, das sich auf demselben Grundstück befindet, stehen auf meinem Programm. Mein Special-Tipp: Um den Palast herum gibt es viele Läden, in denen man sich die koreanische Tracht Hanbok leihen kann – und wer die trägt, hat freien Eintritt zu allen fünf Palästen der Stadt!
Für mehr Infos zu den Tipps bitte auf die Punkte in der Karte klicken.
Unsere Empfehlungen
Bukchon Hanok Village, Gyedong-gil, Jongno-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Thanks, Oat, Bukchon-ro 21-10, Jongno-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Kukje Gallery, Samcheong-ro 54, Jongno-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Gyeongbokgung Palace, Sejongno 1-1, Jongno-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
N Seoul Tower, Namsangongwon-gil 105, Yongsan-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Jamsil Baseball Stadium, Olympic-ro 19-2, Songpa-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Honey Pig House, Donggyo-ro 236 2층, Mapo-guDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
13 Uhr: Köstlich lunchen in ungezwungener Atmosphäre
Für ein ungezwungenes und sehr leckeres Mittagessen schaue ich im Gaeseong Traditional Dumpling House vorbei. Mein Geheimtipp: Bestellen Sie Mandu guk, eine köstliche Suppe, in der Mandu, gefüllte Teigtaschen, schwimmen. Aber auch die Steamed and Assorted Gaesong Mandu – zwei mit Kimchi gefüllt, zwei mit Schweinefleisch und zwei mit Pilzen – kommen dampfend heiß und duftend auf den Teller. Sie schmecken einfach göttlich, was auch der renommierte Guide Michelin so sieht, der diesem äußerlich schlichten Restaurant seit Jahren eine Bib-Gourmand-Empfehlung verleiht, was so viel bedeutet wie: hervorragende Küche, moderate Preise.
14 Uhr: Wandern und den Ausblick von einer Rooftop-Bar genießen
Nach dem Mittagessen tut ein bisschen Bewegung gut. Meine Empfehlung: eine Wanderung hinauf zum N Seoul Tower, der im idyllischen Namsan-Park liegt. Um Zeit zu sparen, fahre ich ein Stück mit dem Bus, bis zum Turm geht es allerdings nur zu Fuß. Dann noch eine kurze Fahrt im Aufzug, und voilà: Die Stadt liegt mir zu Füßen! Auf dem Weg nach unten entscheide ich mich für die südwestliche Route, weil ich im Yongsan District eine tolle Rooftop-Bar entdeckt habe: Noop. Der Eingang liegt zwar ein wenig versteckt in einer Tiefgarage, ist durch die Beschilderung aber gut zu finden. Hoch geht es wieder mit dem Aufzug – und oben angekommen, entspanne ich mich mit einem erfrischenden Getränk und ein paar Snacks.
18 Uhr: Sich von der Baseballbegeisterung der Koreaner:innen anstecken lassen
Das Abendessen schenke ich mir und besuche stattdessen ein Baseballspiel im Jamsil- Stadion. Was viele nicht wissen: Die Koreaner:innen sind ganz vernarrt in diesen eigentlich uramerikanischen Sport. Die Atmosphäre ist entsprechend ausgelassen und mitreißend. Zu essen gibt es allerdings trotzdem etwas: koreanisches Fried Chicken oder frittierte Käsebällchen. Dazu gibt‘s, wie könnte es anders sein, ein erfrischendes Bier.
Wer keine Lust auf ein sportliches Spektakel hat, sondern kulinarische Höhenflüge bevorzugt, der sollte unbedingt Korean Barbecue probieren. Meine Favoriten: das Honey Pig House für gegrilltes Schweinefleisch oder Kkochsaljib für alle, denen Rindfleisch besser schmeckt.
21.30 Uhr: Chillen am Han-Fluss
Um den Abend ausklingen zu lassen, setze ich mich im Ttukseom Hangang Park an den Fluss. Wer noch Hunger (oder zumindest Appetit) hat, holt sich in einem der zahlreichen Convenience-Stores der Gegend noch eine Schüssel Ramen zum Mitnehmen. Wer es etwas früher schafft: Gegen 20.30 Uhr finden am Han River immer wieder mal gigantische Drohnenshows statt und stellen die meisten Feuerwerke in den Schatten.
Zur Person
Jee-Hae Youm arbeitet seit 2019 im Lufthansa Social-Media-Team als Referentin Media Production. Obwohl sie nicht zum fliegenden Personal gehört, kommt Youm viel herum. Neben ihrem jährlichen Südkorea-Besuch reist sie jedes Jahr in ein Land, in dem sie noch nie zuvor war. Zuletzt waren das Brasilien, Kolumbien und Réunion.
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