On the Scene München: Einheimische über aktuelle Trends in ihrer Stadt
Dominik Klier und Theo Lindinger, Betreiber des angesagten Kartoffelstands Caspar Plautz auf dem Viktualienmarkt, wissen, was in Münchens Foodszene derzeit gefragt ist: coole Wirtshausküche
Ganz ehrlich? Wir haben uns die Kartoffel nicht ausgesucht, sondern sie ist zu uns gekommen. Auf dem Viktualienmarkt ist jedem Stand zugewiesen, was darin produziert oder verkauft werden darf. Der Stand mit der Kartoffel wurde frei und wir zwei Freunde und Koch-Fans dachten: jetzt oder nie! Heute sind wir unendlich dankbar, diese tolle Knolle als Zutat verwenden zu dürfen. Denn sie passt zu einem Trend, den wir schon länger in der Münchner Food-Szene wahrnehmen: Einfache, regionale Zutaten und Gerichte, die eher zur Hausmannskost zählen, werden neu und zeitgemäß interpretiert. Zu unserem Team gehören mittlerweile auch gelernte Köche. Uns alle verbindet die Liebe zu guten Lebensmitteln. Unsere Wochengerichte entstehen immer über das Angebot.
Gerade haben wir ein alpines Steinschaf bekommen, eine seltene Rasse. Wir haben ein Ragout mit Kartoffeln daraus gemacht, ein Kurzbratstück vom Grill in Miso-Trester und einen Frischkäse mit Kräutern. Fast alle Produkte sind aus der Region und biologisch angebaut bzw. hergestellt. Dass das Konzept so gut ankommt, liegt einerseits wohl am Zeitgeist. Retro, regional, bio, vegan – da kommt einiges zusammen.
Andererseits spüren unsere Kundinnen und Kunden die Energie und Leidenschaft, die wir in die Küche unseres kleinen Stands stecken. Unser Ansatz, ein Old-School-Lebensmittel cool zu interpretieren, ist derzeit einer der großen Foodtrends in München. Wir sehen ihn auch in anderen Münchner Lokalen wie zum Beispiel im Bistro Bingo, im Restaurant Broeding oder am Stand von Lea Zapf auf dem Viktualienmarkt.
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Zur Person:
Theo Lindinger und Dominik Klier, ein Goldschmied und ein Soziologe, haben 2017 einen Stand auf dem Viktualienmarkt übernommen. Ihre überraschenden, oft auch veganen Kartoffelgerichte haben die solide Knolle zu einem coolen Klassiker gemacht. Der Namensgeber Caspar Plautz war übrigens ein Benediktiner-Abt, der vor 400 Jahren die ersten Rezepte für Kartoffeln schriftlich festgehalten hat.
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