Dampferfahrt auf dem Mississippi mit dem Gateway Arch und der Skyline von St. Louis bei Sonnenuntergang.

Eat See Do: St. Louis

St. Louis trägt bis heute den Beinamen „Gateway to the West“. Ein Verweis auf die historische Rolle der Stadt als Ausgangspunkt für die Expansion der USA in die Gebiete westlich des Mississippi. Auch für ihre Industriegeschichte, Blues, Baseball und eine spezielle regionale Küche ist die Region bekannt. Rote Backsteinfassaden, alte Lagerhäuser und der silberne Gateway Arch prägen den Look der Stadt

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Eat – Toasted Ravioli im Viertel The Hill probieren

Toasted Ravioli ist wohl das bekannteste Gericht aus St. Louis und gehört selbstverständlich zur Stadt wie Blues und Baseball. Die panierten und frittierten Ravioli sollen in den italienischen Restaurants des Viertels The Hill entstanden sein – jenem Stadtteil, den italienische Einwander:innen seit dem späten 19. Jahrhundert prägten. Serviert werden sie meist mit Fleischfüllung, Parmesan und Tomatensauce. Gerade in gut etablierten Restaurants wie Charlie Gitto’s oder Anthonino’s Taverna offenbart sich dabei bis heute, wie stark die italienisch-amerikanische Küche zur Identität der Stadt gehört.

Knusprig frittierte Ravioli mit Kräutern und Parmesan auf einem Teller mit Marinara-Dip.
(© Stocksy; Header-Bild © Explore St. Louis)

Noch mehr Kulinarisches:

  • Gooey Butter Cake: Der Butterkuchen mit Puderzucker gilt als klassische Süßspeise in St. Louis. Entstanden sein soll er in den 1930er-Jahren durch einen Irrtum einer deutsch-amerikanischen Bäckerei der Stadt. Charakteristisch ist bis heute die weiche Mitte unter der leicht karamellisierten Oberfläche.
  • St. Louis Style Pizza: Die rechteckig geschnittene Pizza besitzt einen besonders dünnen Boden und wird traditionell mit Provel belegt, einer regionalen Käsemischung aus Provolone, Cheddar und Emmentaler. Der Käse schmilzt deutlich cremiger als Mozzarella und verleiht der Pizza ihren typischen, leicht rauchigen Geschmack, der außerhalb von St. Louis eher umstritten ist.
  • Frozen Custard bei Ted Drewes: Die Eisdiele an der historischen Route 66 gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Adressen der Stadt. Serviert wird dort Frozen Custard. Eine besonders dichte und cremige Form von Softeis, die mit Zutaten wie Keksen, Schokolade oder Früchten vermischt wird. Die bekanntesten Varianten sind so fest, dass die Becher traditionell kurz auf den Kopf gedreht werden, bevor sie über den Tresen gehen.

See – unter dem Gateway Arch stehen

Schon von Weitem sichtbar ist der silberne Stahlbogen am Ufer des Mississippi, ein Zeugnis dafür, dass St. Louis bis heute als „Gateway to the West“ gilt. Der 192 Meter hohe Gateway Arch wurde in den 1960er-Jahren nach einem Entwurf des Architekten Eero Saarinen gebaut und erinnert an die historische Westexpansion der Vereinigten Staaten. Direkt darunter liegen das dazugehörige Museum sowie die alten Areale, an denen St. Louis ursprünglich gegründet wurde.

Zwei Personen mit Rastazöpfen stehen vor dem Gateway Arch in St. Louis unter einem blauen Himmel mit leichten Wolken.
(© Stocksy)

Auch sehenswert:

  • Forest Park: Der Stadtpark beherbergte die Weltausstellung von 1904 und ist sogar größer als der Central Park in New York. Seen, breite Alleen und historische Gebäude laden zu einem Besuch ein.
  • Cathedral Basilica of Saint Louis: Die Kirche besitzt eine der größten Mosaiksammlungen der Welt außerhalb Russlands. Über 40 Millionen einzelne Mosaiksteine bedecken Wände und Kuppeln des Gebäudes.
  • City Museum: Was früher eine Schuhfabrik war, wurde in St. Louis kurzerhand zu einer begehbaren Welt aus Tunneln, Höhlen, Metallrutschen und recycelten Industrieelementen umgebaut. Statt klassischer Ausstellungen führt der Weg hier durch enge Gänge, ehemalige Fabrikstrukturen und bis aufs Dach, wo ein alter Schulbus über den Rand des Gebäudes hinausragt und Besucher:innen zum Staunen bringt.

Do – Baseballspiel der Cardinals erleben

Die St. Louis Cardinals gehören zu den erfolgreichsten und traditionsreichsten Teams der Baseball League und gewannen bislang elfmal die Meisterschaft – mehr schafften nur die New York Yankees. Rund um das Busch Stadium färbt sich Downtown an Spieltagen fast vollständig rot, wenn Fans in ihren Trikots schon Stunden vor dem ersten Pitch die Bars und Straßen füllen. Viele Anhänger:innen reisen dafür aus dem gesamten Mittleren Westen an, denn die „Cardinal Nation“ reicht weit über Missouri hinaus. Ein Erlebnis, das deutlich macht, welchen Stellenwert Baseball in dieser Region der USA bis heute besitzt.

Menge von Fans, die bei Sonnenuntergang ein Baseballspiel im Stadion mit der Skyline der Stadt im Hintergrund beobachtet.
(© Shutterstock)

Weitere Erlebnisse:

  • Durch Soulard spazieren: Soulard zählt zu den ältesten Vierteln von St. Louis und geht noch auf französische Siedler:innen des 18. Jahrhunderts zurück. Kopfsteinpflaster, Backsteinhäuser und der Soulard Farmers Market erinnern bis heute an die frühe Einwanderungsgeschichte der Stadt. Nun öffnen hier abends Bluesbars, kleine Pubs und Musiklokale ihre Türen.
  • Brauerei-Tour bei Anheuser-Busch: Seit 1852 wird in St. Louis Bier von Anheuser-Busch gebraut. Die Anlage südlich von Soulard umfasst dutzende historische Backsteinbauten samt Türmen, Gewölben und alten Sudhäusern und wirkt schon fast wie ein eigener Stadtteil. Bei der Brauereitour lässt sich ein Blick in Kelleranlagen, historische Brauräume und auf die berühmten Budweiser Clydesdales werfen. Die Pferde gelten seit den 1930er-Jahren als Symbol der Marke.
  • Abends Musik im Delmar Loop hören: Der Delmar Loop entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Ausgehviertel von St. Louis. Kleine Clubs, Konzertvenues und Plattenläden halten dort bis heute die Blues- und Livemusikszene der Stadt lebendig. Übrigens: Chuck Berry trat hier über viele Jahre regelmäßig auf.

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