Eat See Do: Tunis
Im Vergleich zu vielen anderen Hauptstädten wirkt Tunis angenehm überschaubar. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Medina und der kompakten Neustadt und lassen sich gut zu Fuß erkunden. So entsteht schnell ein Gefühl für die Stadt, in der Geschichte, Alltagsleben und mediterrane Atmosphäre eng beieinanderliegen. Drei Tipps für einen inspirierenden Aufenthalt
Eat – Brik à l’œuf in der Medina
Brik à l’œuf ist in Tunis ein Klassiker aus hauchdünnem Teig, der knusprig ausgebacken wird und mit einem meist noch weichem Ei gefüllt ist, oft ergänzt durch Thunfisch, Kapern, Kräuter und etwas Harissa. Bei Dar Slah in der Medina bekommt dieses traditionelle Gericht eine besondere Bühne, weil hier tunesische Küche in einem ruhigen, medina-typischen Ambiente serviert wird – mitten in den Souks und nur wenige Schritte von der Zitouna-Moschee entfernt. So wird aus einem einfachen Imbiss ein kleiner Einblick in die Esskultur der Altstadt, ohne dass der unkomplizierte Charakter verloren geht.
Noch mehr Kulinarisches:
- Couscous: In Tunesien ist Couscous Nationalgericht und gehört ganz selbstverständlich zur Alltags- und Festtagsküche. Serviert wird er traditionell als vollständige Mahlzeit: Über feinen Hartweizengrieß kommt ein würziger Eintopf, je nach Variante mit Fleisch, Fisch oder Gemüse. Dieses Zusammenspiel aus lockerem Couscous, kräftiger Sauce und langsam gegarten Zutaten macht das Gericht zu einem Fest für die Sinne.
- Lablabi: Einfach zubereitet und erstaunlich sättigend: Lablabi ist ein tunesischer Kichererbseneintopf, der in Tunis vor allem in der kühleren Jahreszeit traditionell zum Frühstück gegessen wird. Gekochte Kichererbsen kommen dabei in eine kräftige Brühe aus Knoblauch und Kreuzkümmel, oft mit Harissa geschärft, und werden klassisch über geröstetes Brot geschöpft, das die Flüssigkeit sofort aufsaugt. Ein Spritzer Zitrone und je nach Vorliebe Frühlingszwiebeln, Kräuter oder ein Ei machen aus dem Gericht etwas sehr Bodenständiges und erklären, warum Lablabi in Tunis auch als „Wundermittel“ nach langen Nächten gilt.
- Bambalouni: Bambalouni sind tunesische Krapfen aus einem einfachen Hefeteig, der goldbraun ausgebacken und noch warm mit Zucker und Honig verfeinert wird. Außen leicht knusprig, innen weich und luftig, gehören sie zu jenen Süßigkeiten, die in Tunesien nicht aus dem Alltagsleben wegzudenken sind – ob als kleiner Snack zwischendurch oder zusammen mit einem Kaffee am späten Nachmittag.
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See – die Medina von Tunis
Mit ihrer mehr als 1.200-jährigen Geschichte gehört die Medina von Tunis zu den schönsten und besterhaltenen Altstädten der arabischen Welt. Mehr als 700 historische Bauwerke verleihen ihr einen außergewöhnlichen kulturellen Wert und brachten ihr den Status als UNESCO-Welterbe ein. Dennoch wirkt sie nicht wie ein Freilichtmuseum: Die vielen Menschen, die hier leben und arbeiten, machen die Medina bis heute zu einem lebendigen Teil der Stadt. Im Zentrum steht die Zitouna-Moschee, um die sich das Leben seit Jahrhunderten organisiert – religiös, wirtschaftlich und auch als Orientierungspunkt im Labyrinth der Gassen. Wer hier unterwegs ist, stößt immer wieder auf Stadtpaläste, Madrasas, Mausoleen und kleine Plätze, die viel über die Geschichte von Tunis erzählen.
Auch sehenswert:
- Musée National du Bardo: Das Bardo-Nationalmuseum gehört zu den wichtigsten Kulturorten von Tunis und beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen römischer Mosaike weltweit. Besonders eindrucksvoll sind die großformatigen Arbeiten, die Szenen aus Mythologie, Alltagsleben, Seefahrt, Jagd und römischer Festkultur zeigen. So wird der Besuch im Bardo zu einer sehr anschaulichen Reise durch die Antike Nordafrikas.
- Karthago: Nur wenige Kilometer von Tunis entfernt liegt mit Karthago einer der geschichtsträchtigsten Orte des Mittelmeerraums. Einst war die Stadt Hauptstadt einer mächtigen Handelsmacht, später römische Metropole und über Jahrhunderte ein zentraler Ort der Region. Die punischen und römischen Ruinen verteilen sich weitläufig über mehrere Areale, doch genau diese Weite macht den Reiz aus: Besucher:innen erleben Karthago dadurch als historische Landschaft, in der sich Aufstieg, Zerstörung und Wiederaufbau über Jahrhunderte hinweg ablesen lassen.
- Sidi Bou Saïd: Östlich von Tunis erreichen Reisende nach kurzer Fahrt mit Sidi Bou Saïd einen der bekanntesten Orte an der Küste des Golfs von Tunis. Das unter Denkmalschutz stehende Künstlerdorf ist vor allem für seine weiß getünchten Häuser mit blauen Türen und Fensterläden bekannt. Seinen besonderen Charakter verdankt es nicht zuletzt dem Baron Rodolphe d’Erlanger, unter dessen Einfluss der Ort im frühen 20. Jahrhundert bewahrt und geprägt wurde. Zwischen Meerblick, stillen Gassen, Cafés und der Villa Ennejma Ezzahra entsteht hier eine Atmosphäre, die Sidi Bou Saïd bis heute zu einem der stimmungsvollsten Ausflugsziele rund um Tunis macht.
Do – durch die Souks der Medina
Die Souks der Medina gehören zu den eindrücklichsten Orten, um Tunis im eigenen Rhythmus zu erleben. Zwischen Gassen, Werkstätten und Läden mit Parfüm, Stoffen, Keramik, Lederwaren oder Gewürzen zeigt sich die Altstadt als Ort, in dem Handel und Handwerk bis heute den Alltag prägen. Wer sich hier treiben lässt, lernt die Medina nicht nur als Sehenswürdigkeit kennen, sondern auch als lebendigen Stadtraum voller Geräusche, Gerüche und Begegnungen.
Weitere Erlebnisse:
- Flanieren auf der Avenue Habib Bourguiba: Die Avenue Habib Bourguiba ist eine breit angelegte Prachtstraße und das urbane Schaufenster der Stadt. Zwischen Cafés, Fassaden aus der Kolonialzeit und dem gleichmäßigen Stadtverkehr ist sie genau der richtige Ort fürs Beobachten: Menschenströme, Kaffeerituale und ein wenig Grandezza, ohne dass es je geschniegelt wirkt.
- Grüne Pause im Parc du Belvédère: Der Parc du Belvédère ist der größte Park der Stadt und liegt auf einem Hügel nördlich des Zentrums. Wer hier spazieren geht, merkt schnell, wie gut Tunis einen solchen Ort verträgt: viel Schatten, weite Wege, mediterrane Bepflanzung und ein Gefühl von Abstand zur Medina, obwohl sie nicht weit entfernt ist.
- Ausflug in den Parc national de Boukornine: Nur eine kurze Fahrt südlich von Tunis beginnt mit dem Parc national de Boukornine eine Landschaft, die erstaunlich weit weg von der Hauptstadt wirkt. Der 1987 gegründete Park liegt bei Hammam-Lif, umfasst knapp 2.000 Hektar und wird vom 576 Meter hohen Djebel Boukornine geprägt, dessen zwei markante Gipfel schon von Weitem sichtbar sind. Zwischen mediterraner Vegetation, Waldstücken und Aussichtspunkten mit Blick auf den Golf von Tunis zeigt sich hier die grüne, stille Seite der Region.