Illustration: Drei Figuren öffnen Seouls Zeitkapsel

Essentials: Seoul

Die Strapazen angehender K-Pop-Stars und Baristas unter Strom: Fünf Dinge über Seoul, die Sie überraschen werden

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Unverbrüchliches Vertrauen

In Seoul ist es normal, dass der Lieferservice mit echtem Porzellangeschirr anrückt. Nach dem Essen wird das benutzte Geschirr einfach vor die Tür gestellt, und der Lieferant holt es später wieder ab. Das ist nicht nur edel und reduziert Müll durch Einwegverpackungen. Es zeigt vor allem auch das Vertrauensverhältnis in der koreanischen Gesellschaft: Die Restaurants gehen davon aus, dass die Kund:innen das wertvolle Porzellangeschirr nicht beschädigen oder behalten.

Illustration: Links: Essenslieferung mit Porzellangeschirr vor Haustür Rechts: Viele Hände strecken sich nach einem K-Pop-Mikrofon

Unter Strapazen zum K-Pop-Sternchen

Über Nacht zum K-Pop-Star? Nicht in Seoul. In der ganzen Stadt gibt es sogenannte K-Pop-Trainingslager, in denen junge Talente bis zu 15 Stunden täglich in Gesang, Tanz und Schauspiel unterrichtet werden, bevor sie überhaupt auf die Bühne dürfen. Hinzu kommen Fitnessprogramme, Hautpflege-Routinen und Ernährungspläne. Die Teilnehmer:innen verbringen oft ihre gesamte Jugend in den Trainingslagern – in der Hoffnung, so berühmt zu werden wie BTS oder BLACKPINK.

Seoul hat die 90er beerdigt

Im Namsangol Hanok Village befindet sich eine Zeitkapsel, die 1994 anlässlich des 600. Geburtstags von Seoul vergraben wurde. Diese Kapsel enthält 600 Gegenstände, die das moderne Leben der Stadt repräsentieren. Mit dabei: traditionelle koreanische Kleidung, Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und natürlich Briefe an die Nachkommen. Die Zeitkapsel soll 400 Jahre später, zum 1.000-jährigen Jubiläum von Seoul, geöffnet werden und die zukünftigen Generationen ins Staunen versetzen, wie man im späten 20. Jahrhundert gelebt hat. Oder wird es doch eher Kopfschütteln sein?

Illustration: Links: Drei Figuren öffnen Seouls Zeitkapsel Rechts: Roboter-Baristas laufen

(Manche) Baristas stehen in Seoul unter Strom

Den besten Kaffee zu kochen, das kann ja schon fast eine Wissenschaft für sich sein: In Seoul geht man noch einen Schritt weiter und überlässt es gleich Robotern. In dem ein oder anderen Café sind Roboter-Baristas im Einsatz, die einen Espresso oder Cappuccino auf höchstem Niveau herstellen. Effizient, lecker – und so schnell, dass einem beim Zuschauen schon mal schwindlig werden kann. Ein Express-Espresso sozusagen. Bleibt noch die Frage: Gibt man einem Roboter auch Trinkgeld? Ganz klar: Nein – Trinkgeld zu geben gilt in Korea als unhöflich.

Befreit den Fluss!

Der Cheonggyecheon-Fluss, der mitten durch Seoul fließt, war früher eine Schnellstraße. In einem Großprojekt im Jahr 2003 wurde die Straße entfernt und der Fluss freigelegt. Das Kuriose: Das acht Kilometer lange Fließgewässer beginnt scheinbar „aus dem Nichts“ mitten im Zentrum und ist seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 2005 ein beliebter Ort für Spaziergänge, romantische Dates und kulturelle Veranstaltungen. Abends wird er durch farbenfrohe Lichter und Kunstwerke entlang seiner Ufer besonders lebendig.

Illustration: Freigelegter Cheonggyecheon-Fluss fließt durch Seoul, umgeben von Hochhäusern und Spazierwegen
(Alle Illustrationen © Sylvia Neuner)

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