Wo Reisen sich wie Ankommen anfühlt
Einen stilvollen Rückzugsort aus dem Trubel des Flughafens, exzellentes Essen, Ruhe zum Arbeiten – das alles bieten die Lufthansa Lounges. Wie diese mit der Lounge-Strategie noch besser werden sollen, erklären Dr. Jessica Scheibach und Marcus Ceh
Flughäfen sind Orte des Aufbruchs, hier beginnen Abenteuer. So aufregend der Beginn einer Reise ist, so nervenaufreibend kann die Atmosphäre dort sein – mit den ratternden Gepäckwagen, langen Warteschlangen und Menschen, die nach Last-Call-Durchsagen gestresst zu ihrem Gate hasten. Beim Betreten einer Lufthansa Lounge sollen die Reisenden all das hinter sich lassen. „Die Lounges sind Rückzugsorte für unsere Gäste aus dem doch sehr trubeligen Umfeld des Airports“, sagt Marcus Ceh, Head of Lounge Strategy and Concepts bei Lufthansa.
Obwohl jede Lounge einzigartig ist, verbindet alle die Lufthansa Handschrift. „Wir begreifen eine Lounge als Raum, in dem wir die Gäste in unserer Marke willkommen heißen“, sagt Dr. Jessica Scheibach, die als Senior Director bei Lufthansa für die Gestaltung der Customer Experience und die Lounges verantwortlich ist. „Wir bieten neben dem Flugzeug ein physisches Erlebnis, das die Welt von Lufthansa repräsentiert.“
Die Lounges sind Orte, an denen man sich wohlfühlt
Wie diese Welt aussieht? Klares Design, bei den Materialien dominieren Holz und edles Leder, farblich überwiegen Weiß sowie helle Holz- und Naturtöne, die von dem Lufthansa Deep Blue, dem typischen Dunkelblau, akzentuiert werden. Die Lounges sind Orte, an denen man sich wohlfühlt. Allerdings: „Wohlfühlen bedeutet nicht für alle dasselbe“, sagt Ceh. „Manche wollen nur Ruhe, andere sich für den Flug frisch machen, wieder andere möchten ihre Arbeit erledigen, um mit freiem Kopf im Flieger gut zu schlafen.“ Sich etwas gönnen, die Getränkeauswahl und erstklassiges Essen genießen, stehe ebenfalls für viele Kund:innen im Vordergrund.
In Zeiten zunehmender Individualisierung gibt es keine One-Size-Fits-All-Lösungen, erst recht nicht bei einem Premiumangebot wie den Lufthansa Business-, Senator- und First-Class-Lounges. Gäste haben nicht nur unterschiedliche Bedürfnisse, die Bedürfnisse eines Gastes können sich während seines Aufenthalts wandeln. „Wir gehen darauf mit einer neuen Möbelgeneration ein“, sagt Ceh. Ein Beispiel: der Privacy Seat, der zusammen mit dem deutschen Möbelhersteller COR entwickelt wurde. Der Polstersessel mit Sichtschutz wirkt wie eine kleine Suite, in die sich die Gäste zurückziehen, dort arbeiten, essen und entspannen können. Die Ablagefläche und der ergonomisch geformte Tisch bieten Platz für Arbeitsunterlagen und Laptop oder für Teller und Gläser; der Privacy Seat verfügt außerdem über eine Leselampe, Steckdosen und eine Station für kabelloses Laden.
Bei der Raumkonzeption geht es ebenfalls darum, verschiedene Wünsche zu bedienen – die Bereiche sollen aber auch organisch ineinander übergehen. „Wir wollen keine großen Hallen“, sagt Scheibach. „Wohngefühl entsteht durch mehrere Zonen mit eigenem Charakter.“ In der grunderneuerten Lounge in Newark etwa steht die Skyline Bar im Zentrum. Darum gruppieren sich komfortable Rückzugsorte, großzügige Arbeitsplätze und verschließbare Räume für Meetings, Calls oder spielende Kinder. Eine weitere Besonderheit: der Farmer’s Market mit einem Essbereich und einer Selbstbedienungstheke, an der sich die Gäste mit Spezialitäten aus New Jersey versorgen können.
Lufthansa Stil trifft auf lokale Designelemente
Während im Heimatmarkt, in den Hubs Frankfurt und München, die Marke Lufthansa bei der Gestaltung der Lounges im Fokus steht, soll das regionale Flair der internationalen Standorte durch lokale Produkte und Designelemente in die Lounges geholt werden und den Lufthansa Style ergänzen – das ist fester Bestandteil der Lounge-Strategie. Bei der Auffrischung der Lounge am Flughafen Heathrow stellte sich Ceh die Frage, was typisch für London ist. Ihm fielen opulent gepolsterte Chesterfield-Möbel ein. „Ein Paradebeispiel für englische Möbelkunst“, sagt Ceh. „Deshalb haben wir den Stil für unsere Sofas übersetzt.“
Die Aperitif-Kultur Mailands diente als Inspiration für den Umbau der Lounge im Milan Malpensa Airport. Ein weiterer lokaler Touch: In den Waschräumen sind die Wände mit mittelalterlichen Karten Mailands dekoriert. Das Lokalkolorit will aber subtil sein. „In der Pariser Lounge wird kein Mini-Eiffelturm stehen“, sagt Scheibach. „Wir fragen uns, welche spezifischen Texturen, Farben, Gefühle und Erlebnisse es gibt.“
Eine Lounge mit eigenem Charakter kann zur Lieblingslounge werden, zu der die Gäste eine emotionale Bindung aufbauen – und die Unterschiede zwischen den Standorten machen Lust, die Besonderheiten weiterer Lufthansa Lounges zu entdecken. Oder wie Marcus Ceh sagt: „Unser Ziel ist, überall etwas Überraschendes zu bieten, das sich lohnt, erlebt zu werden.“
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