Verschiedene gesunde Gerichte auf einem Tisch

On the Scene Hongkong: Einheimische über aktuelle Trends ihrer Stadt

Als erfolgreiche Gastronomin kennt sich Lindsay Jang bestens in der kulinarischen Szene Hongkongs aus. Ein aktueller Food-Trend, den sie nicht nur beobachtet, sondern auch selbst vorantreibt: leichte Wellness-Küche nach westlichem Vorbild

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In Hongkong dreht sich fast alles um Genuss. Richtig gut zu essen, ist hier nicht die Ausnahme, sondern eine Selbstverständlichkeit. Viele der typischen Gerichte liegen allerdings – sind wir ehrlich – ziemlich schwer im Magen. In Restaurants fand ich es oft schwierig, etwas Leichtes und Gesundes zu finden. Was mir besonders fehlte: Salate, wie man sie aus Nordamerika und Europa kennt – auf Basis von etwa Babyspinat, Grünkohl, Rucola oder Römersalat. Auf den meisten Speisekarten zeigt sich noch der kulturelle Einfluss der traditionellen chinesischen Medizin, die Lebensmittel in kalte und warme Speisen unterteilt. Rohkost widerspricht danach dem Ziel, den Körper zu wärmen – und war deshalb lange Zeit nicht sonderlich beliebt.

„Was aktuell in New York angesagt ist, wird übermorgen so oder so ähnlich in den Restaurants und Garküchen von Shanghai oder Hongkong serviert – und umgekehrt.“
Lindsay Jang

Wellness-Küche ist im Kommen in Hongkong

In Hongkong, vor allem bei jungen Leuten, beobachte ich allerdings derzeit die Tendenz zu einem gesunden Lifestyle und den Food-Trend zu leichter Wellness-Küche mit Salaten, Bowls und dergleichen. Natürlich gibt es diese Bewegung nicht nur in Hongkong. Die Welt ist kleiner geworden, lokale Trends entwickeln sich dank Social Media heute schnell zu globalen Phänomenen. Was aktuell in New York angesagt ist, wird übermorgen so oder so ähnlich in den Restaurants und Garküchen von Shanghai oder Hongkong serviert – und umgekehrt.

Für mich als Gastronomin ist es wichtig, solche Trends frühzeitig zu erkennen und zu besetzen. Für die gehypte amerikanische Burger-Kette Shake Shack habe ich eine Reihe von Salaten entwickelt, die aktuell in den Hongkong-Filialen angeboten werden – darunter den Family Club Salad mit Römersalat, Grünkohl, panierten Hühnchenstücken, Avocado und einem Dressing aus Ahornsirup, Senf und Honig. Mein Sohn würde am liebsten jeden Tag bei Shake Shack essen – und als Mutter finde ich es wunderbar, dass es dort jetzt eine gesündere Alternative zu Burger und Fritten gibt.

Die besten Bagels jenseits von New York?

Für das Restaurant Salisterra im Hotel The Upper House habe ich das Family Food Menu ausgearbeitet. Darauf finden Gäste ebenfalls diverse Salate, aber auch Smoothies, die – da mache ich gar kein Geheimnis daraus – von den berühmten Wellness-Drinks der kalifornischen Luxus-Lebensmittelkette Erewhon inspiriert sind.

Porträtfoto von Lindsay Jang in schwarzem Blazer vor gemustertem Hintergrund
Unternehmerin Lindsay Jang: Die Leidenschaft für Wellness und Genuss treibt sie an (© PR; © Header-Bild Sour Dough)
Bakehouse-Filiale in Hongkong mit großen Fenstern, warmem Licht und Brotregalen innen
Bakehouse-Filiale in Hongkong: rustikales Sauerteigbrot und feines Gebäck (© PR)
Schüsseln mit bunten Bowls und Smoothies in Plastikbechern auf einem Holztisch in der Sonne
Bunt und gesund: Lindsay Jangs Family-Food-Angebot für das Restaurant Salisterra (© PR)

Ich bin natürlich nicht die Einzige, die den Trend zum Wellness Food erkannt hat. Im Sour Dough etwa gibt es nicht nur – wie der Name verspricht – exzellentes Sauerteigbrot, sondern auch eine große Auswahl an nahrhaften, veganen Salaten. Die Bakehouse-Kette, die von dem Schweizer Grégoire Michaud betrieben wird, ist ebenfalls exzellent. Ich liebe alles aus deren Backstube! Wem in Brot und süßen Teilchen zu viele Kohlenhydrate stecken, der findet auf der Karte auch Salate, etwa den Haussalat mit Thunfisch, Tomaten, kleinen Kartoffeln, weichgekochtem Ei, Chicorée und Senf.

Wie gesund Bagels sind, darüber kann man streiten. Als jemand, der lange in New York gelebt hat, finde ich es jedenfalls wunderbar, dass ich im Schragels echte New-York-Style-Bagels und traditionelle Deli-Gerichte finde. Betrieben wird der Laden von Rebecca Schrage, deren jüdischer Vater aus New York stammt und deren Mutter in Hongkong geboren wurde.

Zur Person:

Lindsay Jang stammt aus Alberta, Kanada, und zog nach Stationen in New York und London 2009 nach Hongkong. Dort betreibt sie die japanisch inspirierte Snackbar Ronin und das Yakitori-Restaurant Yardbird, das vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Neben der Gastronomie zählen Wellness und Fitness zu ihren Leidenschaften, privat wie beruflich.

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