Picture Perfect Singapur: „Der Geist der Vergangenheit ist in Singapur noch immer spürbar.“
Mit seiner Kamera hält Fotograf Zac Tan fest, wie schnell sich seine Heimatstadt Singapur verändert – und findet dabei immer wieder Orte, an denen die Zeit stehen geblieben ist und die vom reichen kulturellen Erbe der Stadt erzählen. Hier zeigt er einige seiner besten Bilder und verrät, was ihn an diesen Motiven fasziniert
Architektur aus der Tang-Dynastie
Der „Tempel für den Zahn Buddhas“ beeindruckt mich mit seiner architektonischen Ausgewogenheit und Symmetrie. Inspiriert von der Tang-Dynastie, einer der mächtigsten Kaiserdynastien Chinas, die von 618 bis 907 nach Christus herrschte, hebt sich das historische Äußere des Tempels markant von der modernen Skyline Singapurs ab. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch zur blauen Stunde gegen 19 Uhr, wenn warme Lichter vor dem tiefblauen Himmel leuchten.
In Chinatown Buddha auf den Zahn fühlen
In seinem Inneren lädt der „Tempel für den Zahn Buddhas“ mitten im trubeligen Chinatown zum Innehalten ein. In dem prachtvollen Bau, der den angeblichen linken Eckzahn Buddhas beherbergt, beobachte ich gern die täglichen Rituale der Mönche und Nonnen oder erkunde die oberen Stockwerke, in denen sich ein kleines Museum befindet, das die Geschichte und Lehren des Buddhismus vermittelt.
Unterwegs zwischen Vergangenheit und Gegenwart in der Pagoda Street
Mitten in Chinatowns pulsierendem Herzen liegt die Pagoda Street – lebendig, farbenfroh und voller Geschichte. Wo einst Handwerker ihrem Gewerbe nachgingen, säumen heute Geschäfte mit Souvenirs, Kunsthandwerk und Schmuck die Straße. Bei aller Modernität: Der Geist der Vergangenheit ist hier noch immer spürbar. Vor allem die bunten Fassaden der vielen Shophouses, schmalen Reihenhäuschen mit Läden im Erdgeschoss, erinnern an das Singapur von einst. Im Kontrast zu den Wolkenkratzern der Stadt wirken sie fast wie Spielzeughäuser.
Farbenrausch in Little India
In der Buffalo Road in Little India strömen so viele Eindrücke gleichzeitig auf mich ein, dass ich oft nicht weiß, wohin ich zuerst schauen soll. Die Läden verkaufen Gewürze, Süßigkeiten, Saris und Opfergaben für Tempelbesuche – und die Luft ist erfüllt vom süßen Duft der Blumengirlanden, die hier überall angeboten werden. Der Name der Straße stammt von den vielen Kühen, die einst durch die Gassen des Viertels getrieben wurden. Früher war es üblich, dass der Milchmann direkt mit der Kuh vor die Haustür kam. Sehr sehenswert ist auch das farbenprächtige Tan Teng Niah House ganz in der Nähe. Die letzte erhaltene chinesische Villa in Little India ließ ein chinesischer Kaufmann Ende des 20. Jahrhunderts für seine Frau errichten. Heute ist das Gebäude mit seiner bunten Fassade ein beliebter Fotospot.
So schmeckt kulturelle Vielfalt
Singapur ist nicht nur für sein fantastisches Essen bekannt, sondern auch für seinen einzigartigen Mix an Kulturen. Wer erleben möchte, wie sich die Einflüsse aus verschiedenen Ländern vermischen, sollte unbedingt einen der vielen Food Courts oder Märkte der Stadt besuchen. Ich mag das Maxwell Food Centre, das sich ganz in der Nähe des Buddha Tooth Relic Temple befindet. Viele der Essensstände widmen sich bestimmten Ländern oder Regionen – einige sind sogar vom Guide Michelin gelobt worden. Die Einheimischen schätzen die große Auswahl im Food Centre und die erschwinglichen Preise.
Die Vergangenheit von Joo Chiat ist pastellfarben
Joo Chiat befindet sich im Osten Singapurs und ist für seine vielen Cafés und Boutiquen von lokalen Designer:innen bekannt. Ein beliebter Fotospot sind die pastellfarbenen Peranakan Shophouses aus den 1920er-Jahren im Herzen des Viertels. Auch sie erzählen von den vielen Kulturen, die Singapur geprägt haben, denn ihre Architektur beinhaltet chinesische, malaiische und europäische Elemente. Hier durch die Straßen zu laufen, fühlt sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. Ein stilles Vergnügen für alle, die Architektur lieben.
Zur Person
Zac Tan ist ein in Singapur ansässiger Fotograf, der redaktionell wie kommerziell arbeitet und in ganz Asien unterwegs ist. Im Zentrum seiner Arbeit steht die dokumentarische Beobachtung: Mit feinem Gespür für die Rhythmen des Alltags erkundet er Orte jenseits des Offensichtlichen. Stets auf der Suche nach neuen Perspektiven hält er die Welt so fest, wie sie sich im Moment zeigt – authentisch, unaufgeregt und nah. Zu seinen Auftraggebern zählen unter anderem das Singapore Tourism Board und Leica.
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