Content-Creatorin Carrie Meier Ho sitzt auf Treppen und lächelt in städtischer Umgebung

What I’ve Learned in Zürich: Meine Erfahrungen

Anfangs empfand Content-Creatorin Carrie Meier Ho aus Singapur Zürich als großes Dorf. Doch schnell entdeckte sie die Vielseitigkeit und das internationale Flair der Stadt

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4 Min. Lesezeit
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Das Neue

Zürich ist für mich eine Offenbarung: eine Stadt am See mit klarem Gebirgswasser und Blick auf schneebedeckte Gipfel – eine weltweit einzigartige Kulisse. Besonders auffallend ist die Ruhe. Im Gegensatz zum quirligen Singapur, das rund um die Uhr pulsiert, erlebe ich in Zürich Momente des Alleinseins, ob beim abendlichen Spaziergang durch menschenleere Altstadtgassen oder beim morgendlichen Schwimmen im spiegelglatten Zürichsee. Die Nähe zur Natur ist einzigartig. Besondere Institutionen sind die Zürcher See- und Flussbadis. Es gibt sogar ein Flussbad, das tagsüber nur für Frauen zugänglich ist, und ein anderes, das nur für Männer geöffnet ist. Beide verwandeln sich am Abend in Open-Air-Bars.

Das Lebensgefühl

Dank Zürichs Internationalität und der Offenheit der Einheimischen – die meisten reisen selbst viel und sind daher anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen – fiel mir das Ankommen leicht. Der Rhythmus der Stadt ist jedoch ein anderer als in Singapur, wo das Leben auf der Straße am Abend erst richtig erwacht. Die Menschen in Zürich sind eher Frühaufsteher:innen und lassen die Abende früher ausklingen. Das liegt vielleicht auch an ihrer hohen körperlichen Aktivität. Sie fahren viel Fahrrad, gehen wandern und schwimmen. Es ist nicht ungewöhnlich, hier 80-Jährige zu treffen, die körperlich fitter wirken als Jüngere. Zudem sind Skigebiete nur 45 Minuten entfernt, und Wanderwege führen direkt aus der Stadt in den Wald. Überall findet man Vitaparcours: Das sind öffentliche, meist im Wald angelegte Trainingsstrecken mit verschiedenen Stationen, die Übungen für Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination beinhalten.

Verschiedene Gourmet-Frühstücksgerichte, darunter eine Custard-Tarte, Haferbrei mit gemischten Beeren und eine Crème brulée
Ein Muss für Erstbesucher:innen: Sprüngli, der weltberühmte Zürcher Chocolatier am Paradeplatz, bietet auch Frühstück an (© Carrie Meier Ho; Header-Bild © Carrie Meier Ho)
Panoramablick auf die Zürcher Skyline mit dem Grossmünster und dem Limmat-Fluss
Einzigartige Kulisse: Zürich liegt an einem See mit klarem Gebirgswasser und ist von Bergen umgeben (© Getty Images)
Menschen entspannen sich an einem sonnigen Tag auf einem hölzernen Steg am Seeufer mit klarem blauen Wasser
Baden mitten in der Stadt: Das Seebad Enge bietet Abkühlung an heißen Sommertagen (© Carrie Meier Ho)
„Die Menschen hier erinnern mich tatsächlich ein wenig an Schweizer Käse: Hat man ihre harte Außenschicht einmal durchbrochen, gelangt man zu einem weichen Kern – und gewinnt Freund:innen fürs Leben.“
Carrie Meier Ho

Die Menschen

Die Menschen hier erinnern mich tatsächlich ein wenig an Schweizer Käse: Hat man ihre harte Außenschicht einmal durchbrochen, gelangt man zu einem weichen Kern – und gewinnt Freund:innen fürs Leben. Die meisten Menschen, die ich hier kennengelernt habe, sind sehr loyal und wirken auf mich extrem ausgeglichen. Das liegt sicher auch daran, dass sie so viel Sport in der Natur treiben. Auch ich selbst bin körperlich viel aktiver und innerlich ruhiger geworden, seit ich hier lebe.

Die Inspiration

In Zürich herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Menschen aus aller Welt. Entsprechend vielseitig sind die Einflüsse, die sie in der Stadt hinterlassen. Besonders auf die Foodszene wirkt sich das belebend aus. Seit ich 2013 nach Zürich gekommen bin, haben zum Beispiel immer mehr asiatische Restaurants eröffnet, die nicht nur Klassiker aus China, Thailand und Japan servieren. Mittlerweile gibt es Lokale, die sich etwa nur auf die Küche Nord- oder Südthailands oder Singapurs spezialisiert haben. Für mich als ausgesprochenen Foodie, der ständig auf der Suche nach neuen Restaurants und Gastrotrends ist, ist das äußerst inspirierend.

Für Freund:innen

Den schönsten Blick über Zürich und auf das Grossmünster und die Alpen bietet der Lindenhof. Weniger bekannt: Unter dem Park liegen Ruinen eines Römerkastells, zu denen man hinuntersteigen kann. Schlüssel dazu gibt’s im Stadthaus gegen einen Ausweis als Pfand. Ein Muss für Erstbesucher:innen ist eine „heiße Schoggi“ bei Sprüngli, dem weltberühmten Zürcher Chocolatier am Paradeplatz, dem exklusivsten Platz der Stadt. Am besten in Kombination mit einem Stück Himbeertorte. Mittags lohnt sich ein Besuch im Haus Hiltl, dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt (seit 1898), das grandiose fleischlose Gerichte serviert. Ein Highlight ist auch das Mieten eines elektrischen Saunaboots auf dem Zürichsee. Die Boote bieten Platz für bis zu sechs Personen und den Luxus, sich zwischen den Saunagängen im kühlen See abkühlen zu können. Ein Abendessen in der Kronenhalle (seit 1924) ist wie eine Zeitreise. Unter Werken von Chagall, Picasso und anderen weltberühmten Künstler:innen servieren die Kellner:innen hier Klassiker wie Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti. In der Kronenhallen-Bar erhellen Leuchten des Schweizer Designers Diego Giacometti den Tresen.

Zur Person

Carrie Meier Ho stammt ursprünglich aus Singapur und lebt seit 2013 in Zürich. Sie ist nicht nur als Influencerin und Content-Creatorin aktiv, sondern betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Harry den Gastro- und Reiseblog harrysding.ch und die Instagram- und TikTok-Accounts @harrysding. Davor war sie in Singapur in der Gastronomie und Hotellerie tätig, wo sie Marketing und Kommunikation leitete. Unter anderem arbeitete sie im Luxushotel The Four Seasons und lebte zuvor in Australien und Kalifornien.

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