Prag: 5 überraschende Fakten
Die besondere Bausubstanz einer Brücke und Streetart für den Frieden: Fünf Dinge über Prag, die Sie überraschen werden
Mini-Me des Eiffelturms: Auf dem Petřín-Hügel steht ein rund 60 Meter hoher Turm, der verdächtig nach dem Pariser Eiffelturm aussieht – nur eben viel kleiner. Allerdings: Dank der Lage auf dem Hügel ist er vom Meeresspiegel aus gemessen genauso hoch wie das Original. Wer sich die 299 Stufen nach oben kämpft, wird mit einer der schönsten Aussichten auf Prag belohnt.
Give Peace a Chance: Für die tschechische Jugend war John Lennon ein Idol. Nachdem er 1980 erschossen wurde, malte jemand das Konterfei des Beatle und Friedensbotschaften aus seinen Songs an eine Wand in der Nähe der Karlsbrücke. Alle Versuche, die Graffiti dauerhaft zu entfernen, scheiterten. Im Gegenteil, es kamen immer mehr hinzu. So ist die John-Lennon-Mauer bis heute nicht nur ein großes Streetart-Kunstwerk, sondern auch ein Sinnbild für kreativen Protest.
Der Roboter kommt … aus Prag. Also zumindest das Wort. 1920 veröffentlichte der tschechische Schriftsteller Karel Čapek das Theaterstück „R.U.R.“. Worum geht es darin? Künstliche Menschen werden als rechtlose Arbeiter eingesetzt, bis sie rebellieren. Čapek nannte sie „robots“, abgeleitet von dem westslawischen Wort „robota“, das Fronarbeit bedeutet. Spoiler: In dem Drama löschen die Kunstmenschen am Ende die Menschheit aus; in der Wirklichkeit eroberte das Wort „robot“ von Prag aus die Alltagssprache zahlloser Länder als Bezeichnung für Apparaturen, die uns Menschen Arbeit abnehmen sollen.
Goldene Zeiten! Die Prager Burg ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern auch Rekordhalterin: Mit rund 70.000 Quadratmetern gilt sie als die größte geschlossene Burganlage weltweit. Ein Spaziergang durch den gigantischen Komplex führt vorbei am prachtvollen gotischen Veitsdom, an jahrhundertealten Palästen und dem Goldenen Gässchen. Dort sollen einst Alchemist:innen am Stein der Weisen geforscht haben, mit dem sich der Legende nach Gold künstlich herstellen lässt. In Haus Nummer 22 lebte Jahrhunderte später übrigens ein goldenes Kind der Stadt: der Schriftsteller Franz Kafka.
Glibberige Geheimzutat: Beim Bau der Karlsbrücke im 14. Jahrhundert wurden dem Mörtel angeblich Eier beigemischt, um so die Konstruktion zu festigen. Bäuerinnen und Bauern aus ganz Böhmen lieferten fleißig Nachschub. Ein Dorf soll sogar gekochte Eier geschickt haben, damit die Bausubstanz besonders fest wird. Ob der Mythos stimmt, ist unklar, aber das Bauwerk überlebt seit über 650 Jahren Kriege, Hochwasser und das Gewicht von Millionen Tourist:innen.
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