A Perfect Day: Madrid an einem Tag
Carsten Hoffmann, Vice President Cabin Crew Munich bei Lufthansa, lebte für vier Jahre in Madrid und kennt die Stadt deshalb fast in- und auswendig. Hier verrät er, wie sein perfekter Tag in der spanischen Metropole aussieht
9 Uhr: Frühstück in der Markthalle
In meinen perfekten Madrid-Tag starte ich in Salamanca. In dem Viertel leben die – wie man so schön sagt – Reichen und Schönen. Im Mercado de la Paz (Friedensmarkt) mag ich die Bar Casa Dani. Was ich mir dort bestelle? Ein typisch madrilenisches Frühstück: Pan con tomate, Weißbrot mit Tomaten und Olivenöl, begleitet von Café con leche und einem frisch gepressten Orangensaft. So gestärkt schlendere ich noch ein wenig durch die Markthalle mit ihrem buntgemischten Angebot und den riesigen Jamones, ganzen Schinken, die von der Decke baumeln.
10 Uhr: Flanieren über die Prachtstraße
Vom Markt aus geht es in Richtung Süden zum Plaza de Cibeles, einem wunderschön bebauten Platz mit einem ebenso schönen Brunnen in der Mitte. Ein paar Meter westlich von dort beginnt schon die Gran Vía. An der Prachtstraße Madrids fasziniert mich immer wieder die Architektur. Besonders das Metropolis-Haus mit seiner reich verzierten Kuppel und das nahezu barocke Edificio Telefónica. Man hört immer wieder Elogen auf das Blau des Madrider Himmels. Wenn er über den weißen Gebäuden an der Gran Vía leuchtet, versteht man sofort, warum.
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Unsere Empfehlungen
Mercado de la Paz, Calle de Ayala, 28BDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Metropolis Building, Calle de Alcalá, 39Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Atlético Madrid Fan Shop, Gran Vía, 47Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Bar La Ideal, Calle de Botoneras, 4Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Palacio de Cristal, Paseo de Cuba, 4Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Kuoco 360, Calle de San Bartolomé, 14Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
Macera Taller Bar, Calle de San Mateo, 21Der Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet
10:30 Uhr: Zwischenstopp im Fanshop
In der Gran Vía befindet sich ein Laden, der für mich als Anhänger von Atlético Madrid ein Muss ist: der Fanshop des Fußballvereins. Als ich in Madrid lebte, war ich regelmäßig im Stadion – die Stimmung dort ist einmalig. Die Fans unterstützen den Verein in allen Lagen, ganz nach dem Motto des legendären Trainers Diego Simeone „Nunca dejes de creer“ (Hör niemals auf zu glauben). Leidenschaft pur.
12 Uhr: Durch das Viertel Malasaña schlendern
Von der Gran Vía geht es rechts ins Szeneviertel Malasaña mit seinen unzähligen kleinen Cafés und Geschäften. Und mit einem charmanten Platz, dem Plaza Dos de Mayo, den man am besten einfach auf sich wirken lässt, bevor man die vielen kleinen Gassen um ihn herum erkundet. Das Besondere: In diesem Viertel findet man keine großen Ketten, worauf die Bewohner:innen sehr stolz sind. Auch Malasañas Geschichte ist eindrucksvoll, der Stadtteil gilt als Wiege der Movida Madrileña: Die Jugendbewegung der späten 70er- und der 80er-Jahre kostete nach dem Tod des spanischen Diktators Franco ihre neugewonnenen Freiheiten voll aus – durch exzessives Feiern. Dieser Geist schwebt bis heute durch Malasaña.
14 Uhr: Streetfood zum Lunch
Zum späten Mittagessen, typisch für Spanien, gehe ich wieder in Richtung Süden zum Plaza Mayor. Dort herrscht immer ein buntes Treiben: Straßenkünstler:innen, die Feuer spucken, riesige Seifenblasen zaubern oder jonglieren – und eine ganze Menge Tourist:innen. Ich esse allerdings nicht in einem der (oft überteuerten) Restaurants, sondern hole mir in einer Seitengasse typisches Streetfood: Bocadillo de calamares, Weißbrot mit frittierten Tintenfischringen. Mein Favorit unter den Tintenfisch-Dealern: die Bar La Ideal.
16 Uhr: Spaziergang durch den Retiro-Park
Je nach Jahreszeit kann es in Madrid sehr heiß werden. Eine willkommene Abkühlung bietet der Schatten der Bäume im Retiro-Park. Dort findet man vor einem See auch den Palacio de Cristal, ein Gebäude aus Stahl und Glas, das ursprünglich als riesiges Gewächshaus dienen sollte.
18 Uhr: Drinks auf der Dachterrasse
Zum Sonnenuntergang nehme ich auf der schönsten Dachterrasse Madrids einen Drink: im Gebäude der Kultureinrichtung Círculo de Bellas Artes. Von dort aus überblickt man nicht nur nahezu die gesamte Stadt, sondern kann bis zu den Bergen nördlich von Madrid schauen. Ein typischer Aperitif: der Tinto de Verano. Ein Mix aus Rotwein und Gaseosa, Zitronenlimonade, köstlich und sehr erfrischend.
21 Uhr: Fusion-Küche zum Abendessen
Ich liebe die Küche im Kuoco 360. Dort werden typisch spanische Gerichte mit asiatischen Einflüssen serviert: Auf der Karte findet man etwa Gambas al ajillo, Garnelen mit Knoblauch, die hier allerdings mit einer fermentierten Chili-Knoblauch-Emulsion, Fingerlimetten und Chilifäden zubereitet werden. Unwiderstehlich!
23 Uhr: Absacker in der Macera Taller Bar
Zum Abschluss meines perfekten Tags in Madrid zieht es mich für einen Absacker in die Macera Taller Bar. Das Ambiente hier ist so stylish – viel Stahl und Sichtbeton –, wie die Drinks exzellent sind. Viele der Spirituosen sind selbstgemacht: Rum, Wodka und Gin – letzteren gibt es verschieden aromatisiert, etwa mit Ingwer oder Curry. Aber Vorsicht: Die Portionen in den sogenannten Copas, den Cocktailgläsern, sind üppig!
Tipp:
Ab ins Grüne! GetYourGuide nimmt Sie mit durch den Retiro Park – mit seinen malerischen Seen, historischen Denkmälern und wunderschönen Gartenanlagen. Die geführte Tour umfasst außerdem eine Tapas-Verkostung in einer bekannten Madrider Bar.
Zur Person:
Carsten Hoffmann startete vor über 20 Jahren als Management Trainee. Nachdem er zwischenzeitlich als Vice President das Marketing und die Brand Experience bei Lufthansa verantwortete, ist er seit September 2024 Vice President Cabin Crew Munich. Von 2015 bis 2019 lebte er im Zuge seiner Aufgabe als General Manager Spain and Portugal der Lufthansa Group in Madrid.
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