Skyline von Austin bei Sonnenuntergang über dem Colorado River mit Kajaks

Picture Perfect Austin: „Die Stadt ist erwachsen geworden.“

Die Fotografin Haley Austin ist für Lufthansa Insights an den Ort ihrer Studienzeit zurückgekehrt: Austin, Texas. Die Namensgleichheit – natürlich Zufall. Die Liebe zu der Metropole im Süden der USA nicht. Bilder, die die Geschichte einer ganz besonderen Beziehung erzählen.

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4 Min. Lesezeit
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Austin war lange Zeit das bestgehütete Geheimnis von Texas. In den 1970er-Jahren studierten meine Eltern an der University of Texas – damals lag die Stadt noch im Dornröschenschlaf. Die Mieten waren niedrig, und neben Studierenden trafen sich dort vor allem Musiker:innen und Künstler:innen. Austin war ein Zufluchtsort für Freigeister. Als ich selbst zum Studium nach Austin kam, verschwand dieses Lebensgefühl schon langsam aus dem Stadtbild.

Austins Skyline: das blendende Lächeln der Stadt

Äußeres Zeichen für den Wandel: Früher zählte Austins Skyline nur wenige Gebäude – verstreut wie die ersten Milchzähne im Lächeln eines Kindes. Heute gehört Austin zu den am schnellsten wachsenden Städten der USA. Der Horizont ist dicht gefüllt mit glänzenden Hochhäusern wie das makellose Gebiss eines Verkäufers – die Stadt ist erwachsen geworden. Und doch sind bis heute die Dinge erhalten geblieben, die Austin so faszinierend machen: fantastische Livemusik, wunderschöne Natur und eine Küche, die man nicht vergisst.

Hamilton Pool – Naturwunder und Ausflugsziel

Nur wenige Minuten außerhalb der Stadt liegt der Hamilton Pool – ein Naturwunder, das vor Tausenden von Jahren entstand, als ein unterirdischer Fluss einbrach und einen halbkreisförmigen Pool mit 15 Meter hohem Wasserfall formte. Als ich den Pool an einem Herbsttag fotografierte, war der Ort menschenleer. Doch im Hochsommer suchen Austins Bewohner:innen hier Zuflucht vor der Hitze. Besucher:innen sollten daran denken, dass zwischen Mai und September eine Reservierung erforderlich ist.

Alte Schätze und Designermode auf Austins Vintage-Märkten

Austins Stil ist so bunt wie seine Menschen. Cowboyhüte treffen auf Batikhemden, Vintage-Schätze auf Straßenmode. Seit meiner Kindheit stöbere ich in den vielen Secondhandläden der Stadt. Mein jüngster Fund: eine butterweiche schwarze Lederjacke bei Buffalo Exchange – ein Glücksgriff.

Nahaufnahme von bunten Metall-Dinosaurier-Skulpturen mit gezackten Zähnen
Schmiedeeiserne Dinosaurier, gefertigt von mexikanischen Kunsthandwerker:innen, säumen die South Congress Avenue
Menschen in Austin, Texas, stehen vor dem „Home Slice“-Restaurant und sitzen draußen
Schlangestehen für Pizza? In Austin tut man das gern – vor allem bei Home Slice Pizza auf der South Congress
Laden von Allen’s Boots mit großem roten Stiefel-Schild an einer städtischen Straße
Auf der South Congress ein Bild wie aus dem Texas-Handbuch: links der Kultladen Allen’s Boots, rechts eine Kirche – Stiefel, Glaube, weiter Himmel

So vielfältig wie die Stadt: die South Congress Avenue

Die South Congress Avenue zählt zu den lebendigsten Straßen Austins – und zu den vielfältigsten. So werden in der South Congress die engen Verbindungen zu Mexiko sichtbar, die Austin in Kunst, Mode, Architektur und vor allem im Essen seit jeher pflegt. Zugleich trifft hier aufeinander, was die Stadt insgesamt ausmacht: immer noch eine gehörige Portion Cowboy-Mentalität, ein ernsthaft praktizierter Glaube und eine kulturelle Offenheit. In Texas ist Austin eine liberale Insel, in der die Demokraten seit Jahren mit deutlichem Abstand gewinnen. In vielerlei Hinsicht ist die Stadt so blau wie der Himmel über ihr.

Kunst von Frauen für Frauen im Women and Their Work

Eine Ausstellung von Rehab El Sadek im Kultur- und Veranstaltungshaus Women and Their Work, einer Institution für bildende und darstellende Kunst, die seit 1978 Impulse setzt. Mit mutigen Ausstellungen, Performances und Workshops fördert sie Künstlerinnen und ermutigt sie zu Experimenten und zur Weiterentwicklung. 2026 werden dort Talente wie die Texanerin Tamara Johnson eigene Soloausstellungen erhalten.

Erlebnis-Küche: kunstvoll angerichtete Speisen im Uchiko

Kunst, die man essen kann: ein Dessert von Chefköchin Ariane Quant im Uchiko – einem Restaurant, das man bei einer Reise nach Austin nicht verpassen sollte.

Alles ein bisschen verrückt: Musiker unter dem Dach des Treehouse

Im Treehouse im Pease Park entdeckte ich eines Tages Musiker, die in der organisch geformten, samenkapselartigen Struktur spielten. Es wirkte wie ein Sinnbild für die Stadt selbst: Austin – die „Live Music Capital of the World“ – ist seit jeher ein inspirierender Ort für Kreative. Im selben Park wird jährlich Eeyore’s Birthday gefeiert – ein Fest, das seit den 1960ern eine feste Größe ist. Wer Ende April zufällig in Austin ist, findet hier nicht nur bunte Kostüme und Musik, sondern erlebt die Stadt in ihrer reinsten Form: wild, frei, unberechenbar – getreu dem Motto „Keep Austin Weird.“

Zur Person

Haley Austin ist in Texas aufgewachsen. Sie hat Fine Arts an der University of Texas in Austin studiert und einen Abschluss als Master of Arts an der Fachhochschule Bielefeld erworben. Heute arbeitet Austin als freie redaktionelle Fotografin in Hamburg und Berlin unter anderem für Publikationen wie „FAZ“, „Die Zeit“, „Der Spiegel“ und „Stern“. Außerdem verfolgt sie eigene Projekte zu ökologischen und sozialen Themen. Ihre Arbeiten wurden bereits international ausgestellt. 

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