Luftaufnahme einer Autobahn in Singapur umgeben von Bäumen.

On the Scene Singapur: Einheimische über aktuelle Trends in ihrer Stadt

Gärtner Bjorn Low freut sich, dass in Singapur immer mehr Areale mit essbaren Pflanzen entstehen. Von der Dachterrasse bis zum öffentlichen Park: seine Tipps und empfehlenswerten Adressen

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Singapur, das sind nicht nur Wolkenkratzer und spektakuläre Gebäude. Bereits Ende der 60er-Jahre hat die Regierung das Programm Gartenstadt gestartet. Damals zielte die Initiative mehr auf Grüngürtel ab, auf die Verschönerung der Stadt mit Blumen und Bäumen. 

Heute geht es weniger um die Ästhetik, sondern um Nachhaltigkeit, natürliche Kühlung und Emissonsabbau. Seit den Lockdowns sehe ich einen deutlichen Trend zu essbaren Gärten. Durch die Abriegelung haben sich die Menschen mit Gärtnern beschäftigt, auch auf Balkonen und Terrassen. Sich selbst versorgen, auch wenn es nur einheimische Kräuter und Gemüse wie Ulam Raja oder Chilischoten sind, das ist ein Trend geworden, sogar in einer Mega-City wie Singapur. 

„In den vergangenen Jahren hat Edible Garden City fast 300 essbare Gärten in ganz Singapur angelegt.“
Bjorn Low

Auch jetzt wollen die Menschen diese neu entdeckte Verbindung zur Natur aufrechterhalten. Gartenprojekte sind kompakter, die Pflanzen kleiner – und am besten essbar. In den vergangenen Jahren hat Edible Garden City fast 300 essbare Gärten in ganz Singapur angelegt. In Krankenhäusern, Tagesstätten für ältere Menschen, Schulen, Hotels, Restaurants und Privathaushalten. 

Ein gutes Beispiel ist das Parkroyal Collection Marina Bay Hotel mit seinen Garten-im-Hotel-Konzept. Die Lobby beeindruckt mit einem 13 Meter hohen vertikalen Garten und einer Baumwipfel-Brücke, die über Hunderte von Bäumen führt. 20 Prozent der benötigten Lebensmittel gedeihen im eigenen Dachgarten. Im Restaurant werden spezielle Farm-to-table-Gerichte angeboten, deren Zutaten alle aus dem eigenen Garten stammen. 

Oder der RISE-Kräutergarten im Marina Bay Sands. Für Touristen ebenfalls zugängliche essbare Gärten sind auch der Sky Garden auf dem Capitaspring-Gebäude, die höchstgelegene Dachgarten-Farm der Welt, oder die Funan Rooftop Farm in einem Einkaufszentrum. 

Zu meinen persönlichen Favoriten zählen die Gärten im Jurong Lake District. Sie verfügen über einen großen essbaren Garten und eine großzügige Kleingartenanlage, die Gelegenheit bietet, sich mit anderen Gemeinschaftsgärtnern auszutauschen. 

Aber jeder kann einen essbaren Garten anbauen, unabhängig von seinem Wohnraum. Egal, ob Sie in einer kleinen Wohnung oder in einem Raum mit wenig Licht leben, es gibt Lösungen. 

Mann mit Schubkarre auf Dachterrasse in Singapur
Eine beinahe bäuerliche Szene in der Weltstadt Singapur (© Getty Images; Header-Bild © Lester/Unsplash)
Luftaufnahme eines Dachgartens in Singapur
Die Verbindung zwischen Natur und Urbanität zeigt sich am besten aus der Vogelperspektive (© Getty Images)
Dachgarten des Parkroyal Marina Bay Hotel in Singapur
60 verschiedene Kräuter-, Gemüse- und Obstsorten wachsen auf dem Dachgarten des Hotels Parkroyal Collection Marina Bay (© Masano Kawana)

Zur Person:

Bjorn Low stammt aus Singapur und arbeitet für das sozial orientierte Unternehmen Edible Garden City, das sich für städtische Landwirtschaft und essbare Gärten einsetzt. Seinen Vornamen verdankt er der Tennisbegeisterung seiner Eltern: Sie waren Fans von Tennislegende Björn Borg. 

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