Die Fassade der sandfarbenen Kathedrale von Bogotá mit drei Türmen und Vögeln am Himmel

Picture Perfect Bogotá: „Chaotisch, aber sehr lebendig – und zutiefst befriedigend.“

Frische Früchte das ganze Jahr über, bunte Fassaden und Straßenkunst mit starken Botschaften – Bogotá hat einiges zu bieten. Und die Fotografin Victoria Holguín hat es für Lufthansa Insights bei einem Streifzug durch ihre Heimatstadt eingefangen. 

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4 Min. Lesezeit
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Plaza de Bolívar: der Spiegel Bogotás

Die Plaza de Bolívar ist weit mehr als ein Wahrzeichen der Stadt, der Platz mit der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis ist das pulsierende Herz der kolumbianischen Hauptstadt. Hier kommt alles zusammen: Tourist:innen, die die kolonialen Bauten bewundern, religiöse Feiern, bei denen das Transzendente gesucht, und Demonstrationen, bei denen die Zukunft eingefordert wird. Ich sehe die Plaza de Bolívar als Spiegel, in dem sich Bogotá ständig selbst betrachtet – und neu definiert. Sie erinnert mich daran, dass ein Ort nicht nur durch das wertvoll ist, was er ist, sondern auch durch all die Menschen und Stimmen, die er auf sich versammelt.

Das Zentrum: alles auf einmal

Beim Spaziergang durch das Zentrum stößt man auf einen Mikrokosmos der Stadt: Auf einer Strecke von nur 80 Metern sieht man einen improvisierten Buchladen, einen Stand mit religiöser Ikonographie, einheimische Textilien und den Rhythmus von Salsatänzer:innen. Bogotá bietet alles auf einmal – und verlangt einem ab, dass man mitten im Trubel seinen eigenen Rhythmus findet.

Der Paloquemao-Markt: natürlicher Luxus

Der Markt von Paloquemao zeugt vom Reichtum der Natur, in dem wir in Kolumbien schwelgen: Chontaduro (die Früchte der Pfirsichpalme), Gulupa (Passionsfrucht), Feijoa (Guave). Die Vielfalt der Früchte, die wir das ganze Jahr über genießen können, zeigt, wie großzügig Mutter Erde ist. Der Markt erinnert mich außerdem daran, dass die einfachen Dinge, die uns die Natur schenkt, oft der größte Luxus sind.

Steile Straße mit farbenfrohen Häusern und moderner Skyline im Hintergrund in Bogotá
„Je weiter man ins Zentrum kommt, desto mehr Farbe schlägt einem entgehen“, sagt Holguín.
Nahaufnahme einer Wand mit orangefarbenem Putz und einem gelben Streifen
Sonnige Farben: Leuchtendes Orange und sattes Gelb zieren diese Häuserwand
Nahaufnahme einer farbenfrohen Fassade mit schwarzen Türen, umgeben von roten Ziegeln und blauem Putz
Farbtöne in guter Nachbarschaft: Petrol, gebrannter Ocker, Apricot und Flieder

Bunte Fassaden: schönes Chaos

Reisende, die in Bogotá ankommen, sehen zuerst sehr viel Backstein, ein dominantes Ocker-Orange. Je weiter man ins Zentrum kommt, desto mehr Farbe schlägt einem entgehen – sowohl an den Fassaden kolonialer als auch republikanischer Bauten. Chaotisch, aber sehr lebendig – und zutiefst befriedigend.

Carrera Séptima: Schachspielen und Innehalten

Auf der belebten Carrera Séptima, zwischen Geschäften und Fußgänger:innen, stehen Schachbretter. Wo man sich auch befindet, Schach ist eine universelle Sprache, die zum Innehalten einlädt. Das Spiel inmitten des Trubels ist eine Erinnerung daran, dass in der ständigen Hektik des Alltags immer Platz für einen stillen, intellektuellen Austausch mit einem Fremden ist.

Die Parque-Türme: Zwiegespräch mit dem Himmel

Bogotá und der Himmel darüber – ein ständiger Dialog. Es kommt vor, dass man morgens bei strahlend blauem Himmel aufwacht, und wenige Stunden später gießt es wie aus Kübeln. Die ikonischen Parque-Türme von Rogelio Salmona mit ihrem geschwungenen Mauerwerk sind eine perfekte Leinwand für dieses wechselhafte Zusammenspiel. Die Architektur scheint mit dem intensiven Azur oder dem melancholischen Grau des Himmels zu sprechen. Bogotá ist eine Stadt, die einen lehrt, den ständigen Wandel zu schätzen.

La Candelaria: Wandmalerei, die bewegt

Das Viertel La Candelaria ist eine Galerie unter freiem Himmel. Hier ist die Wandmalerei eine Aktion, nicht nur eine visuelle Verschönerung. Jeder Schriftzug hat eine politische, philosophische oder soziale Dimension, die zum Nachdenken über die kolumbianische Geschichte und Gegenwart anregt. Die Graffiti in Bogotá wollen nicht nur dekorativ sein, sondern etwas bewegen – oder unterhalten.

Zur Person

Victoria Holguín, geboren in der kolumbianischen Stadt Cali, lebt und arbeitet in Bogotá. Als Fotografin hat sie sich auf Porträt- und Dokumentarfotografie spezialisiert. Ihre Interessen: Architektur, Feminismus und soziale Gerechtigkeit. 

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