Illustration eines Arztes, der einen Patienten mit Müsli füttert

Essentials: Zürich

Schnabulieren zwischen Meisterwerken und eine Turmuhr im XXL-Format: Fünf Dinge über Zürich, die Sie überraschen werden

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Abendessen unter Originalen

Wer in der Kronenhalle Platz nimmt, bekommt mehr als nur ein gutes Menü. Zwischen Zürcher Geschnetzeltem und Mousse au Chocolat speist man hier umgeben von Kunst, die anderswo unter Sicherheitsglas hängt. An den Wänden glänzen Werke von Chagall, Miró, Picasso oder Giovanni und Diego Giacometti. Die legendäre Wirtin Hulda Zumsteg kannte viele Künstler:innen persönlich – und machte das Lokal zum Wohnzimmer der Zürcher Boheme.

 Zwei Illustrationen: Links greift ein Arm aus einem Gemälde nach dem Essen eines Mannes in einem Restaurant; rechts ein explodierender Schneemann mit jubelnden Menschen

Ob dieser Sommer wohl groß wird?

In Zürich entscheidet das der „Böögg“. Beim Frühlingsfest Sechseläuten wird jedes Jahr im April eine riesige Schneemannfigur aus Jute, Holzwolle und Karton verbrannt – im Inneren steckt zudem reichlich Pyrotechnik. Je schneller sein Kopf explodiert, desto schöner soll der Sommer werden. Der Name des „Böögg“ stammt vom Wort für Schreckgestalt – heute sorgt er eher für explosive Volksfeststimmung.

Nach dieser Uhr tickt Zürich

Die Turmuhr der Kirche St. Peter ist mit einem Zifferblatt-Durchmesser von 8,7 Metern die größte Europas – und war jahrhundertelang die Zeitinstanz der Stadt. Alle öffentlichen Uhren mussten sich nach ihr richten. Der Minutenzeiger misst stolze fünfeinhalb Meter und wiegt 94 Kilo – der Stundenzeiger bringt es auf knapp fünf Meter und 74 Kilogramm. Heute läuft die Uhr digital, doch der markante „Ruck“ des Zeigers, wenn er die 45 Zentimeter von Minute zu Minute zurücklegt, ist geblieben.

Zwei Illustrationen: Links steht ein Mann in traditioneller Kleidung auf dem Zeiger einer riesigen Uhr und bläst ein Alphorn; rechts ein stilisierter Adlerkopf mit Herzen in den Augen

Antike Queerness am Zürichsee

Wer am Ufer entlangspaziert, begegnet Ganymed – jung, nackt und mit Zeus in Adlergestalt an seiner Seite. Die Bronzeskulptur wurde 1952 aufgestellt – damals ein durchaus mutiger Schritt. Der Mythos gilt als eine der bekanntesten homoerotischen Geschichten der Antike: Zeus war so fasziniert von Ganymed, dass er ihn in den Olymp holte und zum göttlichen Mundschenk ernannte. Heute ist das ungleiche Paar aus Bronze ein Kapitel queere Stadtgeschichte.

Wenn Müsli mehr ist als ein Frühstück

Für den Zürcher Arzt Max Bircher-Benner war es genau das. Ursprünglich als Schonkost für Patient:innen gedacht, war das sogenannte Bircher-Müsli Teil eines radikalen Gesundheitskonzepts mit viel Rohkost, frischer Luft und Bewegung. Inzwischen ist es ein weltweit beliebter Frühstücksklassiker geworden – und kommt in coolen Cafés ebenso auf den Tisch wie in Studenten-WGs.

Illustration eines Arztes, der einen Patienten mit Müsli füttert
(Alle Illustrationen © Sylvia Neuner)

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