Zürcher Altstadt mit Blick auf die Limmat und historische Gebäude

A Perfect Day: Zürich an einem Tag

Flugbegleiterin Anita-Anna Steiner-Zakowski liebt die schönen Dinge des Lebens: Kunst, Mode und gutes Essen – und gern auch ein bisschen Bewegung. All das findet sich in ihrem perfekten Tag in Zürich wieder, zu dem sie uns hier mitnimmt

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6 Min. Lesezeit
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9 Uhr: Frühstücken im Babu’s

Ich lebe etwas außerhalb von Zürich, die Zugfahrt in die Stadt dauert etwa fünfzehn Minuten. Obwohl ich es liebe, in der Natur zu wohnen, bin ich auch gern im Städtli, wie wir hier sagen – ich genieße die positiven Vibes und das Multikulti-Flair in den Straßen.

Angekommen am Hauptbahnhof, gehe ich zum Frühstücken gern ins Babu’s, der Weg dauert nur etwa acht Minuten. Auf der Karte findet sich für jeden Geschmack etwas: von Müsli und Porridge bis Bagels und Rösti. Ich nehme meist den Avocado-Toast mit pochiertem Ei und dazu einen leckeren Ingwer-Zitronengras-Tee mit Honig. Später dann einen feinen Cappuccino.

11 Uhr: Von Zürichs Hausberg über die Stadt schauen

Gestärkt geht’s zurück zum Hauptbahnhof – von dort nehme ich die S10 bis zur Station Triemli. Ich empfehle, von dort aus eine kleine Wanderung auf den Uetliberg, den Hausberg Zürichs, zu machen: Sie dauert etwa 45 Minuten und führt auf wunderschönem, gut beschildertem Weg durch den Wald. Oben angekommen, wird man mit einer Top-Aussicht über Zürich, das Umland und – bei klarem Wetter – sogar bis zu den Alpen belohnt. Mit dem Uto Kulm steht dort oben außerdem ein Hotel mit Restaurant, in dem man wunderbar brunchen, ein leckeres Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen kann. Hin und wieder finden hier auch Yoga-Kurse inklusive Frühstück oder abends Krimi-Dinner statt.

Frühstück mit pochiertem Ei, Avocado-Toast und Sauce hollandaise
Gesund genießen oder morgens schon schlemmen – im Café Babu’s geht beides (© Babu’s; Header-Bild © Shutterstock)

13 Uhr: Shoppen und vegetarisch Mittag essen in der Bahnhofstraße

Man kann wahlweise wieder zurückwandern oder mit der S10, die etwa zehn Gehminuten vom Uto Kulm entfernt ist, direkt wieder zum Hauptbahnhof zurückfahren. In der Bahnhofstraße, ganz oben im Modehaus PKZ Women, liegt einer meiner Lieblingsspots für einen Lunch: die Dachterrasse Hiltl. Wer mag, kann auf dem Weg zum Mittagessen noch etwas Shoppen, denn in der Gegend befinden sich traditionsreiche Kaufhäuser wie Globus oder Bongénie.

Auf der Dachterrasse bediene ich mich einfach am Buffet. Alle Speisen sind vegetarisch oder vegan, immerhin gilt das Stammhaus, das Haus Hiltl, als das älteste vegetarische Restaurant der Welt.

Panoramablick auf den Zürichsee mit Alpen und grüner Hügellandschaft
Der Hausberg Zürichs: Eine fantastische Aussicht genießen Wandernde auf dem Uetliberg (© Shutterstock)

14:30 Uhr: Sich im Kunsthaus inspirieren lassen

Kunst begeistert mich – und so ist ein Besuch im Kunsthaus Zürich ein Muss. Bereits von außen beeindruckt der moderne Erweiterungsbau, ein Entwurf des Architekten David Chipperfield, der wunderbar mit der klassischen Strenge des ursprünglichen Gebäude-Ensembles harmoniert.

Die Sammlung im Inneren reicht von Gemälden alter Meister über Werke großer Impressionisten und Vertreter der klassischen Moderne bis hin zur Pop-Art. Ich habe dort zuletzt eine große Retrospektive der Performance-Künstlerin Marina Abramović gesehen – sehr beeindruckend! Meine Empfehlung für das Kunsthaus: Mindestens eineinhalb Stunden für den Besuch einplanen – es gibt viel zu entdecken!

16 Uhr: Bummeln durchs Niederdorf

Ein wunderschöner Teil der Zürcher Altstadt ist das Niederdorf – oder Niederdörfli im hiesigen Dialekt. Dort findet man Wahrzeichen der Stadt wie das Grossmünster, aber auch schöne Lädeli. Zu meinen Lieblingsshops zählen der Teeladen Tee & Tee, Farfalla, in dem es eine große Auswahl an natürlichen Pflegeprodukten und ätherischen Ölen gibt, und ein Geschäft für Fair-Fashion: RRREVOLVE.

Für das Abendessen ist es zwar noch zu früh, dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass man im Niederdorf hervorragend schweizerisch essen kann, zum Beispiel Käsefondue, Raclette oder Zürcher Geschnetzeltes im Swiss Chuchi. Traditionelle Gerichte, aber auch leichtere und moderne Speisen stehen im Restaurant Weisser Wind auf der Karte.

18 Uhr: Flanieren und ein Apéro am Bellevueplatz

Der perfekte Ort, um ein Stück mediterranes Lebensgefühl in Zürich auszukosten, ist das Bellevue, ein Platz ganz in der Nähe des Zürisees. Dort befindet sich auch der bekannte Sechseläutenplatz, auf dem einige Tische, Stühle und Bänke stehen, auf denen man Platz nehmen und den wunderschönen Bau des Opernhauses bestaunen kann. Übrigens: Auf diesem Platz finden auch große Events statt, etwa im Winter der große Weihnachtsmarkt. Gleich neben dem Opernhaus befindet sich das Bernhard Theater: absolut empfehlenswert, um sich eine Vorstellung anzusehen – der Lachfaktor ist garantiert!

In der Brasserie Schiller nehme ich gern einen Apéro, ein Glas Wein oder Spritz und etwas zum Knabbern. Danach spaziere ich am See entlang. Wenn es im Sommer noch warm und hell ist – und man daran gedacht hat, Badesachen einzupacken –, könnte man sogar noch ins Wasser springen und sich auf die Wiese legen. Für alle, die einen längeren Badetag einlegen möchten, empfehle ich übrigens das Seebad Utoquai.

Buntes Atrium mit moderner Kunst im Kunsthaus Zürich
Kunsthaus Zürich: Für den Besuch sollte man mindestens eineinhalb Stunden einplanen (© Jeffrey Gibson, Photo: Franca Candrian, Kunsthaus Zürich)
Blick auf Zürich mit Grossmünster und Limmat im Sommer
Fast ein Jahrtausend alt: Das Grossmünster mit seinen Doppeltürmen gehört zu Zürichs bekanntesten Wahrzeichen (© Alamy)
Das Opernhaus Zürich bei Abenddämmerung mit Beleuchtung
Ein imposanter Tempel für Klassik-Fans: das Opernhaus Zürich (© Alamy)

19:30 Uhr: Pasta zum Dinner

Mediterran geht es weiter: mit einem Abendessen in der Osteria Sazio. Der Name bedeutet auf Deutsch satt – und das wird man dort mit einem Teller köstlicher Pasta oder einem Ossobuco, einer Spezialität des Hauses, ganz bestimmt.

21 Uhr: Eine gute Aussicht oder gute Unterhaltung zum Abschluss

Für einen Digestif mit einem unglaublich schönen Blick über die Dächer der Stadt besuche ich die Panoramabar Jules Verne, etwa 20 Gehminuten vom Italiener entfernt. Eine tolle Alternative an lauen Sommerabenden: Vom 17. Juli bis 17. August hat ein Open-Air-Kino direkt am See geöffnet, das Allianz Cinema. Tolle Filme vor traumhafter Kulisse!

Zur Person

Anita-Anna Steiner-Zakowski ist in Polen geboren, in Düsseldorf aufgewachsen und lebt seit 2005 in der Nähe von Zürich. Bei Lufthansa arbeitet sie seit 1999 als Flugbegleiterin. Den Kontakt zu Menschen und die Herausforderung, allen Passagier:innen erstklassigen Service zu bieten, schätzt sie besonders an ihrer Arbeit. Da sie speziell dafür qualifiziert ist, kümmert sich Steiner-Zakowski meistens um die Gäste in der First Class.

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