Picture Perfect Hyderabad: „Viele Feste überschwemmen die Straßen mit Freude, Farben, Klängen und Bewegung.“
Hyderabad ist ein Mix aus königlicher Vergangenheit, moderner Tech-City und lebendigem Straßenchaos. Der Fotograf Harsha Vadlamani zeigt in seinen Bildern, wie vielfältig seine Heimatstadt ist
Buntes Markttreiben während des Fastenmonats Ramadan
Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan wird rund um den Charminar ein Markt aufgebaut. Ich verliere mich gern in diesem Labyrinth aus Läden: Kuscheltiere, bunte Saris und köstliche Kebabs – hier gibt’s einfach alles. Die Stadt hat sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert. Cyberabad, wie der neue IT-Distrikt im Westen genannt wird, ist heute geprägt von Bürotürmen, Malls und Shoppingmeilen. Doch gerade in den älteren Straßen finde ich Vertrautheit und Trost – und das Gefühl, in dem Hyderabad zu sein, wie ich es immer gekannt habe.
Das Bonalu-Fest: der Muttergöttin danke sagen
Von den zahlreichen Festen, die es so nur in Hyderabad und Umgebung gibt, ist Bonalu vielleicht das bedeutendste. Es begann als Dankesfest für die Muttergöttin in ihren vielen Erscheinungsformen, nachdem Gebete an sie im 19. Jahrhundert eine Pestepidemie beendet hatten. Frauen haben dabei Töpfe mit gekochten Speisen auf dem Kopf und tragen sie so zum örtlichen Tempel. Die Männer verkleiden sich als Potharajus, der Bruder der Göttin Mahakali, und tanzen mit Peitschen zu den Klängen traditioneller Trommeln – oder auch zu den Beats, die DJs durch die Straßen wummern lassen.
Der Hügel Khajadua: steinige Launen der Natur
Hyderabad ist umgeben von einer Landschaft, die vor Millionen von Jahren durch intensive vulkanische Aktivität geformt wurde. Übrig geblieben sind tausende uralte Felsbrocken, viele davon mit beeindruckenden Formen und Mustern. Der Hügel Khajadua gehört zu den wenigen Orten, an denen man diese außergewöhnlichen geologischen Formationen noch besuchen und bewundern kann.
Hyderabad und Feste: eine echte Liebesbeziehung
Die Stadt liebt ihre Feierlichkeiten. Viele davon überschwemmen die Straßen mit Freude, Farben, Klängen und Bewegung. Hyderabad ist im Grunde ein wunderschönes Mosaik aus den vielen kulturellen Gruppen, die hier eine Heimat gefunden haben – und ihre Feste und Rituale spiegeln dieses reiche, gemeinsame Erbe wider. Das Sadar-Fest wird traditionell von den Yadav, den althergebrachten Milchbauern von Hyderabad, gefeiert. Der Höhepunkt: eine große Parade mit Stieren und Büffeln durch die Stadt.
Laad Bazaar: Glitzer-Gasse am Charminar
Der Laad Bazaar ist berühmt für seine Läden, in denen traditionelle Armreifen verkauft werden. Beim Schlendern durch die schmalen Gassen kann man beobachten, wie die Kunsthandwerker:innen an kleinen Werkplätzen mit viel Geschick Armreifen aus Lack, dem Hauptmaterial, sowie aus Metalldraht und Halbedelsteinen formen.
Der längste Tisch der Welt: die Tafel des Taj Falaknuma
Ich hatte nie die Gelegenheit, an der berühmten Tafel des Taj Falaknuma zu sitzen, an der 101 Menschen Platz finden. Aber wie die meisten Hyderabadis bin ich völlig zufrieden damit, mich mit Freund:innen in einem der vielen Irani-Cafés zu treffen, die über die ganze Stadt verstreut sind.
Zur Person
Harsha Vadlamani ist ein unabhängiger Fotojournalist und Filmemacher. In seiner Arbeit untersucht er die vielfältigen Ungleichheiten, die Migration, Gesundheit und Umwelt prägen – mit besonderem Fokus auf ländliche und indigene Gemeinschaften in ganz Indien. Seine Arbeiten erschienen unter anderem in „National Geographic“, „The New York Times Magazine“, „The Wall Street Journal“, „GEO“, „Le Monde“ und „Financial Times Magazine“.
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