100 Jahre unter dem Kranich – ein Jahrhundert Lufthansa. Begleiten Sie uns auf einer bewegten Reise voller Pioniergeist, Brüchen und neuen Anfängen. Was 1926 begann und in den 50er Jahren neu startete, ist heute eine globale Erfolgsgeschichte. Erleben Sie die entscheidenden Momente und erfahren Sie, wie sich Lufthansa über politische und historische Grenzen hinweg immer wieder neu erfunden hat, um heute Jahr für Jahr Millionen Menschen an ihr Ziel zu bringen.
Ein historischer Moment für die deutsche Luftfahrt: In Berlin verschmelzen am 6. Januar 1926 Deutscher Aero Lloyd AG (DAL) und Junkers Luftverkehr AG (ILAG) zur Deutschen Luft Hansa AG (DLH). Mit dem Kranich als neuem Wahrzeichen heben die ersten Maschinen im Frühjahr ab und läuten eine neue Ära am Himmel ein.
1927
Ein Jahr nach der Gründung verfügt die Luft Hansa über ein bemerkenswertes Streckennetz: Der Kranich fliegt von München über die Alpen bis nach Venedig, von Berlin über die Ostsee nach Oslo und bietet eine regelmäßige Flugverbindung nach Moskau an.
Im selben Jahr erprobt Lufthansa erstmals die Kombination von Flugzeug und Eisenbahn. Durch die Verknüpfung beider Verkehrsmittel lassen sich Reisezeiten verkürzen und Regionen besser anbinden – der Grundstein für Lufthansa Express Rail.
1929
Am 29. Mai läutet die Luft Hansa eine neue Ära des Sommerurlaubs ein und startet den regelmäßigen Bäderflugverkehr zu Zielen wie Sylt, Norderney und Rügen. Flugboote wie der Dornier Wal verkürzen die Reisezeit an die Küste drastisch und machen schon die Ankunft für die Badegäste zum Ereignis. Beworben wurde das neue Angebot mit der ikonischen Kampagne „Fliegt in die Bäder!“.
1932
Die erste Junkers Ju 52 wird in die Luft Hansa Flotte aufgenommen. Das legendäre Flugzeug, schon bald liebevoll Tante Ju genannt, wird zum „Arbeitspferd“ der Airline und ist seither Symbol für Pioniergeist und Ingenieurskunst.
1933
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt für die Luft Hansa eine Phase politischer Vereinnahmung und Gleichschaltung. Eine der ersten Veränderungen: Die Generalversammlung beschließt die Neufassung des Unternehmensnamens in die nun mittig ungeteilt geschriebene Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft.
1934
Lufthansa richtet einen regelmäßigen Postflugdienst nach Südamerika ein. Die Strecke ist weit, der Tank zu klein, aber es findet sich eine Lösung: Die Flugzeuge landen mitten im Atlantik, werden auf einem Schiff betankt und dann wieder in die Luft gebracht – eine logistische Meisterleistung.
Lufthansa bricht von Berlin mit zwei Ju 52 zur Expedition ins Pamir-Gebirge auf – eine der entlegensten und gefährlichsten Regionen der Welt. Ziel ist es, mögliche Luftverkehrswege nach Fernost zu prüfen und eine Route zu erschließen, die nicht über sowjetische Gebiete führt. Das Besondere an dieser Expedition: Die Maschinen müssen Pässe von über 5.000 Metern Höhe überwinden, durch enge Gebirgsschluchten navigieren und mit extrem wechselhaften Wetterbedingungen umgehen.
Eine der Ju 52 Maschinen muss in Chotan notlanden. Dort wird die Besatzung vorübergehend festgehalten und kann erst nach mehreren Wochen in Gefangenschaft wohlbehalten nach Berlin zurückkehren.
1938
1939
Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Der Linienverkehr kommt fast zum Erliegen. Viele Flugzeuge und Besatzungen werden an die Luftwaffe abgegeben.
1945
Nach Kriegsende untersagen die Alliierten Deutschland jede Form des Flugbetriebs. Herstellung, Besitz und Nutzung von Luftfahrzeugen sind verboten, die deutsche Luftfahrt kommt vollständig zum Erliegen.
1933–1945
Lufthansa im Nationalsozialismus
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933 begann nicht nur für das Land, sondern auch für Lufthansa das dunkelste Kapitel ihrer Geschichte.
Die erste Lufthansa wurde Teil des NS-Regimes und seiner kriegerischen und verbrecherischen Taten. Nicht alle im Unternehmen, aber viel zu viele unterstützten diesen Kurs aktiv. Lufthansa profitierte unter anderem vor und während der NS-Zeit von staatlichen Subventionen sowie der Zusammenarbeit mit führenden Nationalsozialisten. Während des Zweiten Weltkriegs bildete das Unternehmen Piloten für die Luftwaffe aus und war in die militärische Rüstungsproduktion eingebunden. Tausende Zwangsarbeiter wurden unter diskriminierenden und menschenverachtenden Bedingungen beschäftigt und machten zeitweise bis zu 50 Prozent der Belegschaft aus.
Lufthansa nimmt das 100-jährige Gründungsjubiläum auch zum Anlass, ihre Verantwortung im Nationalsozialismus weiter aufzuarbeiten. Die Erkenntnisse zur Rolle von Lufthansa in der NS-Zeit sind Teil des Buches „Lufthansa. Die ersten 100 JahreDer Link wird in einem neuen Browser-Tab geöffnet“, das von drei unabhängigen Wirtschaftshistorikern erarbeitet wurde. Am Frankfurter Flughafen wird im Sommer 2026 das neue Besucherzentrum „Hangar One“ der Lufthansa Group eröffnet. Eine Ausstellung wird unter anderem Inhalte zur NS-Zeit präsentieren.
1951
Ein Jahr, geprägt von wichtigen Weichenstellungen für die Wiedergründung der Lufthansa. Während die erste Lufthansa im Februar 1951 liquidiert wurde, beginnt in Köln die konkrete Planung des Neuanfangs. Beauftragt von Verkehrsminister Seebohm, erarbeitet ein Team um Hans M. Bongers noch im selben Jahr die Grundlagen für eine neue deutsche Fluggesellschaft. Dieses Vorhaben wird durch die alliierte Zusage zur schrittweisen Rückgabe der Lufthoheit begünstigt.
1953
Deutschland befindet sich im Wiederaufbau und auch die Luftfahrt sucht einen neuen Anfang. Der Startschuss dafür fällt in Köln: Mit der Gründung der „Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf“ (Luftag) wird der Grundstein für die zweite Lufthansa gelegt.
1954
Am 6. August beschließt die Hauptversammlung der bisherigen Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf (Luftag), den Traditionsnamen Deutsche Lufthansa AG anzunehmen. Wenige Wochen später sichert sich das Unternehmen für 30.000 DM auch die Rechte an den historischen Symbolen der ersten Lufthansa: Der Kranich und die blau-gelbe Flagge kehren damit offiziell als Markenzeichen der neuen deutschen Airline zurück. Damit sichert sich die neu gegründete Gesellschaft die visuelle und namentliche Kontinuität zur Vorkriegs-Airline, obwohl sie rechtlich eine Neugründung ist.
Lufthansa entwickelt ein neues Corporate Design – der Kranich erhält eine einheitliche Form und wird zum Symbol einer neuen Ära. Im selben Jahr hebt die junge Airline schließlich ab. Zwei Flugzeuge des Typs Convair 340 der Lufthansa mit dem deutschen Hoheitszeichen am Heck starten am 1. April nahezu gleichzeitig. Eine Maschine fliegt von Hamburg in Richtung München – mit Zwischenlandungen in Düsseldorf und Frankfurt. Zeitgleich startet in München eine Convair über Frankfurt und Köln Richtung Hamburg.
Am 19. April 1955 wird die erste Super Constellation an die Lufthansa übergeben. Kurz darauf überquert der Kranich den großen Teich – der erste Flug der zweiten Lufthansa über den Atlantik startet am 8. Juni von Hamburg nach New York. Zur selben Zeit übernimmt Lufthansa besondere Einsätze im Auftrag des Sports und der Politik: Die deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft reist per Sonderflug nach Helsinki. Zudem bringen zwei Lufthansa Maschinen Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie eine deutsche Delegation nach Moskau-Wnukowo.
1956
Lufthansa eröffnet die erste Südamerikastrecke – von Hamburg über Düsseldorf/Frankfurt, Paris und Dakar bis nach Rio de Janeiro, São Paulo und Buenos Aires. Tausende Kilometer, mehrere Zeitzonen – ein gewaltiger Sprung, der Kontinente verbindet und das internationale Streckennetz bedeutend erweitert. Auch Linienflüge nach Teheran, Istanbul, Beirut und Bagdad werden aufgenommen.
Lufthansa startet das Projekt „Paper Jet“ und entwickelt damit ein innovatives Simulationsprogramm. Lange bevor der erste echte Jet abhebt, werden damit sämtliche Abläufe, Routen und Bedingungen des künftigen Düsenverkehrs auf dem Papier simuliert – ein zukunftsweisendes Konzept, mit dem sich die Airline frühzeitig und präzise auf das kommende Düsenzeitalter vorbereitet.
Ein neuer Stern am Himmel setzt ein Zeichen des Aufbruchs – der Lockheed L-1649A Starliner. Die „Super Star“ gilt als neue „Visitenkarte“ im Atlantikverkehr und ist zu dieser Zeit das modernste Großflugzeug der Welt. Das neue Flugzeug bringt mehr Komfort, mehr Reichweite und mehr Zuverlässigkeit – ein großes Upgrade für den transatlantischen Flugverkehr. Im selben Jahr begrüßt Lufthansa ihren millionsten Fluggast seit Wiederaufnahme des Flugbetriebs im Jahr 1955. Ein früher Beweis für das große Vertrauen der Reisenden.
Kurz darauf führt Lufthansa auf der New York-Strecke erstmals den exklusiven Senator Service in der ersten Klasse ein. Dieser bietet 18 de luxe-Schlafsitze, Betten, eine Lounge und exquisite Verpflegung, um zahlungskräftige Kund:innen zu gewinnen.
1964
Mit der Boeing 727 hebt bei Lufthansa erstmals der moderne Europa-Jet ab. Das dreistrahlige Flugzeug leitet den Übergang zum Jet-Zeitalter auch auf der Kurz- und Mittelstrecke ein und verändert das Fliegen innerhalb Europas spürbar.
Am 23. Juli wird auf dem Lufthansa Flug von Frankfurt nach New York in 10.000 Metern Höhe zum ersten Mal in der Geschichte ein Baby geboren. Das Mädchen erhält den Namen Barbara Lufthansa Herzog.
1968
Bereits in den Jahren zuvor überzeugte Lufthansa den US-Hersteller Boeing davon, einen Jet zu konstruieren, der wirtschaftlich auf kurzen Distanzen operieren konnte. Lufthansa Ingenieur:innen bringen ihre spezifischen Anforderungen direkt in die Konstruktionsphase ein – ein Novum in der Firmengeschichte. Das Ergebnis dieser engen Zusammenarbeit ist die Boeing 737, die von Lufthansa treffend City Jet getauft und zu einer der erfolgreichsten Flugzeugfamilien der Luftfahrtgeschichte wird.
Als weltweiter Erstkunde nimmt Lufthansa den City Jet in den Liniendienst auf und bringt das Jet-Zeitalter nun auch in den täglichen Reisealltag.
1970
Der Ersteinsatz der Boeing 747 im April auf der Strecke Frankfurt–New York markiert für Lufthansa den Beginn des Jumbo-Zeitalters auf der Nordatlantikstrecke. Der sogenannte Jumbo-Jet, aufgrund seiner Eleganz und Größe auch als „Königin der Lüfte“ bekannt, bietet in der Erstausführung bei Lufthansa 32 Sitze in der First Class und 333 in der Economy. Dazu gesellen sich zwei Gänge, ein Bordkino und eine Lounge im Oberdeck – ein völlig neues Raum- und Komforterlebnis auf der Langstrecke.
1972
Der Jumbo ist nicht nur für Passagier:innen ein Gewinn. Die Lufthansa erkennt früh das Potenzial für den Frachtverkehr und setzt 1972 als erste Fluggesellschaft der Welt die Frachtversion der Boeing 747 ein. Charakteristisch für diesen Frachter ist die hochklappbare Bugnase, die das Beladen mit sperrigen Gütern ermöglicht.
1973
Die erste Ölkrise und der starke Anstieg der Kerosinpreise zwingen Lufthansa zu Angebotskürzungen, Sparprogrammen und Rationalisierungsmaßnahmen, ohne dass sich die Streckenergebnisse sofort erholen. Dennoch gilt Lufthansa im Vergleich zu vielen internationalen Wettbewerbern als relativ robust und kann ihre Passagierzahlen über das Jahrzehnt weiter erhöhen.
1977
Mit der Gründung der German Cargo Services GmbH schlägt Lufthansa ein neues Kapitel auf. Durch eine eigene, rechtlich unabhängige Charter-Tochter kann die Airline flexibler und günstiger agieren. Die German Cargo entwickelt sich schnell zum Experten für alles, was sperrig, empfindlich oder lebendig ist. Ob Rennpferde, Eintagsküken oder komplette Industrieanlagen – was nicht in den Frachtraum eines Linienflugzeugs passt, übernimmt die Charter-Tochter.
Im Deutschen Herbst wird der Lufthansa Flug LH 181 zum Schauplatz des Terrors. Am 13. Oktober entführen Terroristen die Boeing 737 Landshut. Nach einem Irrflug und der Ermordung von Kapitän Jürgen Schumann in Aden endet das Geiseldrama in Mogadischu. Die Befreiung durch die GSG 9 am 18. Oktober rettet alle 86 Passagier:innen – ein dramatischer Meilenstein der deutschen Luftfahrtgeschichte.
1979
In der Kabine findet eine kleine Revolution statt: Erstmals dürfen Flugbegleiterinnen offiziell Hosen als Teil ihrer Uniform tragen. Lufthansa passt sich damit den gesellschaftlichen Veränderungen an und beweist einmal mehr, dass Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen können.
1983
Am 29. März landet der erste Airbus A310-200 in Frankfurt. Lufthansa ist als „Launching Customer“ (Erstkunde) maßgeblich an der Konzeption beteiligt.
1986
Mit Evi Lausmann und Nicola Lunemann beginnen die ersten beiden Frauen ihre Ausbildung zur Verkehrsflugzeugführerin bei der Lufthansa. Damit ebnen sie den Weg für viele weitere Pilotinnen. Im August 1988 fliegen sie als Erste Offizierinnen (Co-Pilotinnen) auf einer Boeing 737 ihre ersten Linienflüge. In den ersten Jahren gibt es für die Pilotinnen allerdings noch keine eigene Uniform. Sie tragen die Männeruniform, inklusive Krawatte und Herrenmütze, quasi „als Männer verkleidet“, um – wie es intern heißt – die Passagier:innen nicht zu verunsichern.
Als erste Frau in einem Lufthansa Cockpit beginnt die Flugingenieurin Michele Jett ihren Dienst auf einer Boeing B727 – viele weitere Frauen im Cockpit werden folgen.
1988
Im Juni wird eine radikale Neugestaltung des Corporate Designs vorgestellt. Der Vorschlag, die Farbe Gelb deutlich stärker zu betonen (sogar mit einem gelben Flugzeugbauch und Heck), führt zu einer Versuchsbemalung an einer Boeing 737-200. Das Design fällt jedoch bei Öffentlichkeit und Mitarbeiter:innen als fliegender Kanarienvogel durch und wird nach heftigen Protesten wieder verworfen.
1989
Eine neue Ära der Langstrecke beginnt, als die erste Boeing B747-400 auf dem Flughafen Frankfurt eintrifft. Mit ihrer Größe, Reichweite und modernen Technik setzt sie neue Maßstäbe.
Die Boeing 747-400 mit dem Kennzeichen D-ABVE wird im September 1990, nur wenige Tage vor der Deutschen Einheit, auf den Namen „Potsdam“ getauft. Ein bewusstes Zeichen, einen Städtenamen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR in alle Welt zu tragen.
Am Tag vor der offiziellen Wiedervereinigung führt Lufthansa einen historischen Sonderflug durch. Ein Airbus A310 startet in Köln/Bonn mit rund 100 Bundestagsabgeordneten und landet in Berlin-Tegel. Damit ist Lufthansa nach 45 Jahren Pause offiziell zurück in Berlin und nimmt ab dem 28. Oktober den Linienverkehr wieder auf.
Schnell wird Reisen zwischen Ost und West wieder normal. Lufthansa trägt dazu bei und baut viele neue Strecken auf – das Flugerlebnis wird für Millionen Menschen zum Symbol einer neuen Freiheit.
1992
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der globalen Öffnung erweitert Lufthansa ihr Streckennetz massiv. Zum Winterflugplan 1992 werden erstmals Kapstadt, Windhuk und Almaty direkt angeflogen, was die wachsende Bedeutung neuer internationaler Märkte unterstreicht.
1993
Mit Miles & More wird Deutschlands wichtigstes Vielfliegerprogramm eingeführt. Meilen sammeln, Upgrades, Freiflüge, Loungezugang – der Beginn der modernen Kundenbindung im Flugverkehr in Deutschland.
Der Airbus A340 ersetzt die älteren DC-10 und B747-200. Er bringt eine leisere, modernere Kabine mit sich, die den Komfort in der Economy Class und Business Class auf der Langstrecke verbessert.
Auf innereuropäischen Strecken wird die First Class eingestellt. Im Rahmen eines neuen Servicekonzepts, oft als „Europa-Konzept“ bezeichnet, wandelte Lufthansa die Kabine auf Kurz- und Mittelstrecken in ein Zwei-Klassen-System um. Im gleichen Zuge wird die Business Class deutlich aufgewertet. Sie wird zum neuen Spitzenprodukt auf Kontinentalflügen.
Die A319 ergänzt die erfolgreiche A320-Familie als etwas kleinere Variante und wird zu einem festen Bestandteil des Europaverkehrs.
1997
In Frankfurt wird die Star Alliance gegründet. Lufthansa ruft dieses erste globale Luftfahrtbündnis gemeinsam mit United Airlines, Air Canada, SAS und Thai Airways ins Leben. Dies führt zu einer massiven Erweiterung des Serviceangebots. Passagier:innen profitieren von gemeinsamen Lounges und einem durchgängigen Reiseerlebnis im weltweiten Netzwerk, das mittlerweile mit über 1.334 Flugzeugen mehr als 578 Städte in über 106 Ländern bedient.
Lufthansa wird zu einem vollständig privatwirtschaftlichen Unternehmen. Dies erhöht den Druck, profitabel zu arbeiten, ermöglicht aber auch flexiblere Investitionen in neue Produkte und Kabinenausstattungen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
Im gleichen Jahr wird ein umfassendes Redesign im Stil eines modernen Retro-Futurismus vorgestellt. Silberne Akzente, subtile Anklänge an die legendäre Ju 52 und ein ikonischer, zeitgemäßer Look ziehen sich fortan durch das gesamte Lufthansa Erscheinungsbild – von den Flugzeugen über Magazine und Kabinen bis hin zum Bordbesteck.
Im Rahmen des Projekts „Zukunft Kont“ führt Lufthansa eine Reihe spürbarer Verbesserungen für Reisegäste ein. In der Business Class bleiben die Mittelsitze frei, wodurch mehr Privatsphäre, Bewegungsfreiheit und Raum zum Entspannen entsteht. Gleichzeitig erhält der Bordservice auf europäischen Strecken ein modernes Update – abgerundet durch neues, elegant gestaltetes Geschirr.
Auch während des Fluges sind Reisende jetzt vernetzt. Lufthansa FlyNet wird auf dem Flug von München nach Los Angeles erstmals im Routinebetrieb eingesetzt. Als weltweit erste Fluggesellschaft ermöglicht Lufthansa Passagier:innen somit einen schnellen Internetzugang über den Wolken.
2005
Ein neues Kapitel in der Luftfahrt beginnt. In Toulouse wird der Öffentlichkeit mit dem Roll-out des Airbus A380 das größte Passagierflugzeug der Welt präsentiert. Kurz darauf dann die Premiere für den Airbus A380 in Frankfurt. Drei Jahre vor der geplanten Einführung landet eine Maschine mit der Seriennummer 004 im Rahmen eines Testflugs erstmals auf einem internationalen Verkehrsflughafen – der Lufthansa Basis in Frankfurt.
2006
Die Umrüstung der Kont-Flotte mit den neuen Economy-Sitzen beginnt. Mit dem hochwertigen Ledersitz in dezenter Farbgebung erhält die gesamte Kabine ein neues und modernes Outfit. Das geringere Gewicht der neuen Sitze führt zu einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs.
Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft findet in Deutschland statt. 50 Flugzeuge der Lufthansa Flotte sind mit der Fußball-Nase verziert. Sie tragen die WM von Deutschland aus in die ganze Welt.
2008
Die Lufthansa App wird eingeführt und markiert den Start des mobilen Angebots. Seitdem ist sie mehrfach technisch und gestalterisch überarbeitet worden, unter anderem mit einer grundlegend neu entwickelten Version ab 2023 als digitalem Reisebegleiter.
Ein Gigant landet in Frankfurt. Lufthansa erhält ihren ersten Airbus A380 – das größte Passagierflugzeug der Welt. Noch am gleichen Tag wird die auf das Kennzeichen D-AIMA registrierte A380-800 von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth auf den Namen „Frankfurt am Main“ getauft. An Bord der Maschine feiert auch die neue Lufthansa First Class ihre Weltpremiere. Ihre luxuriösen Sitze lassen sich in 207 cm lange und 80 cm breite Betten verwandeln.
2011
Lufthansa geht einen Schritt in Richtung Zukunft und testet als erste Airline der Welt Biokraftstoff im täglichen Linienbetrieb. Ein speziell ausgewählter Airbus A321 pendelt dafür ein halbes Jahr lang zwischen Frankfurt und Hamburg. Eine Testphase, die zeigt, wie die Suche nach neuen, nachhaltigeren Wegen des Fliegens vorangetrieben wird.
2012
Als weltweit erste Airline nimmt Lufthansa eine Boeing 747-8 Intercontinental in Empfang. Die neue Generation des legendären Jumbo-Jets ist leiser, sparsamer und komfortabler als ihr Vorgängermodell.
Im selben Jahr wird Flugsteig A-Plus nach einer Bauzeit von rund vier Jahren am Frankfurter Flughafen planmäßig eröffnet. Die 800 Meter lange Westerweiterung des Terminals 1 wird überwiegend von Lufthansa und ihren Star Alliance Partnern genutzt.
2016
Am Münchner Flughafen wird das neue Satellitenterminal eröffnet – ein modernes Drehkreuz, das mit kurzen Wegen und einem verbesserten Reiseerlebnis überzeugt. Ein weiterer Meilenstein für das Lufthansa Drehkreuz in München.
Für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro befördert Lufthansa die Athlet:innen und ihre Ausrüstung nach Brasilien – ein besonderer Einsatz im Zeichen des Sports.
In Hamburg übernimmt Lufthansa im gleichen Jahr ihre erste A350-900. Das zweistrahlige Langstreckenflugzeug besteht zu großen Teilen aus innovativen Verbundwerkstoffen und ist das modernste und umweltfreundlichste Flugzeug auf dem Markt. Für Lufthansa bedeutet dies den Einstieg in die sogenannte 2-Liter-Klasse – ein Verbrauch von rund zwei Litern Treibstoff pro Passagier:in auf 100 Kilometer.
Frankfurt und München werden zur Bühne für einen besonderen Moment. Lufthansa präsentiert bei zwei großen Events ihren modernisierten Markenauftritt – und mit ihm eine Flotte in frischem Gewand. Das klassische Gelb verschwindet aus dem Leitwerk, und ein edles, dunkles Blau wird zur dominierenden Markenfarbe.
2020
Im März versetzt die globale Corona-Pandemie die Welt in den Stillstand. Wo sonst Tausende von Menschen täglich in die Welt flogen, herrscht nun gespenstische Stille. Der Großteil der Lufthansa Flotte muss am Boden bleiben – geparkt auf Landebahnen und Rollwegen, sorgfältig konserviert und eingemottet von den Techniker:innen. Gestrichene Verbindungen, Rückholflüge, Maskenpflicht. Lufthansa reagiert auf die Pandemie mit völlig neuen Servicekonzepten wie flexiblen Umbuchungsregeln, neuen Hygienestandards und kontaktlosen Prozessen an Flughäfen.
2022
Nach der Krise folgt der Aufbruch – symbolisiert durch die Ankunft eines neuen Flugzeugtyps, der Effizienz und Komfort neu definiert. Am 30. August landet die erste Boeing 787-9, der sogenannte Dreamliner, in Frankfurt. Im gleichen Jahr fliegt Lufthansa das Team Deutschland mit Sonderflügen zu den Olympischen Spielen nach Beijing in China, während Lufthansa Cargo das Sportgepäck übernimmt – ein gemeinsamer Einsatz für den olympischen Moment.
Lufthansa startet die größte Produktoffensive ihrer Geschichte. Unter dem Namen Lufthansa Allegris wird das Reiseerlebnis in allen Klassen von Grund auf neu gedacht. Das Herzstück der Erneuerung ist die Abkehr vom One Size Fits All. Allein in der Business Class können Gäste nun zwischen einer Vielzahl verschiedener Sitzoptionen wählen – von der Suite mit extra Privatsphäre bis zum Bett mit 2,20 Metern Länge. Fliegen wird persönlicher, entspannter und komfortabler als je zuvor.
2025
Die neue Lufthansa Allegris Kabine ist auf immer mehr Flügen verfügbar: ab München, unter anderem auf Verbindungen nach New York, Chicago, Miami, Shanghai und Kapstadt. Außerdem wird Lufthansa Allegris auch in den neuen Dreamlinern ab Frankfurt erlebbar.
2026
Gemeinsam feiern wir 100 Jahre Lufthansa und blicken voller Vorfreude in die Zukunft.
Die ersten 100 Jahre Lufthansa – das Buch zur Geschichte einer Weltmarke
Der eindrucksvoll bebilderte Band stellt erstmals umfassend die hundertjährige Geschichte der Lufthansa dar – von den Pionierjahren 1926 und ihrer Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus bis zum Wiederaufbau nach dem Krieg und Aufstieg als Global Player in der Luftfahrt.
Auf Basis neu erschlossener Quellen, Archivmaterialien und seltener Fotografien bietet das Buch tiefgreifende historische Einblicke und zeigt, wie Technik, Visionen und globale Ambition die Fluggesellschaft geprägt haben.