Lufthansa Highlights Hong Kong-Macau

 

Lufthansa Highlights Reisebericht Hong Kong-Macau

 
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Lufthansa Highlights Macau: "Die Stadt des schönen Scheins"

Das Zeichen ist schon weit draußen vor der Hafeneinfahrt zu sehen. Es schimmert durch den Dunst, mit dem der frühe Morgen die Stadt einhüllt. SANDS steht darauf, in riesigen roten Neonlettern, darunter die chinesischen Schriftzeichen für Goldener Sand. Es sind die Firmensignets des größten Spielkasinos der Welt, sie sind für manche eine große Verheißung: auf Spiel und Spaß, auf Glück und Gewinn.

Doch ist das nicht bloße Illusion? Je näher das Tragflächenboot dem Hafen kommt, desto sicherer scheint: Die Stadt muss eine Fata Morgana sein. Denn vor dem goldfarbenen Spielkasino ragt ein Vulkan empor, seitlich davon eine Festung aus der Zeit der chinesischen Tang-Dynastie. Ein römisches Amphitheater und ein italienischer Palazzo, dazu Häuser aus Miami, Amsterdam und Havanna – das gibt es doch nicht in Wirklichkeit! Doch, das gibt es in Macau, im Vergnügungspark Fisherman’s Wharf.

Willkommen in der Stadt des schönen Scheins! Mit einer Fläche von nur 28 Quadratkilometern und mit rund 500 000 Einwohnern ist Macau eine winzige Perle im südchinesischen Perlflussdelta. Und einzigartig. Große Vielfalt und große Widersprüche begegnen sich auf engstem Raum; in ein, zwei Tagen lassen sie sich bequem erschlendern, auf einem Abstecher von Hongkong zum Beispiel, das siebzig Kilometer entfernt ist.

Yin-Yang heißt das für Macau so typische Mixgetränk aus chinesischem Tee und mediterranem Espresso; wie das Prinzip des Tao, das die Einheit der Gegensätze beschreibt. Macau regiert nach dem Grundsatz: ein Land, zwei Systeme. Mehr als 450 Jahre eine Kolonie Portugals, gehört Macau seit 1999 zur Volksrepublik China. Als Sonderverwaltungszone darf es, wie Hongkong, seine wirtschaftlichen und innenpolitischen Belange weitgehend selbst regeln. Und das bedeutet vor allem: Es darf Kasinolizenzen vergeben.

Macau ist das Ziel aller Sehnsucht für Millionen von Chinesen und für milliardenschwere Investoren aus den USA, es ist der einzige Ort Chinas, der das Glücksspiel legalisiert hat. Fast 22 Millionen Besucher, vor allem aus China und Hongkong, kamen 2009, getrieben nur von einem Wunsch: durch Zocken möglichst schnell reich zu werden. Oder durch die Zocker.

Zu Tausenden strömen sie jeden Tag ins Sands Casino, die steilen Rolltreppen hinauf in riesige Säle, wo 740 Spieltische und 1254 Automaten stehen. Auf einer Bühne schwingen russische Revuetänzerinnen ihre Beine, doch kaum einer der Spieler schaut hin. Konzentriert schieben sie ihre Einsätze über den grünen Filz und nippen am Tee, der kostenlos ausgeschenkt wird. Gespielt wird in Macau vor allem Baccarat, denn die Regeln sind einfach, und das Ergebnis steht nach zwei, drei Minuten fest: gewonnen - oder verloren.

Chinesische Zocker spielen um hohe Einsätze und mit höchstem Risiko, im Grand Lisboa wie im Wynn Resort, im Star World wie im Golden Dragon. Bei den Kasinoeinnahmen hat Macau Las Vegas bereits überholt. Und auf dem Cotai Strip, einem rund fünf Quadratkilometer großen aufgeschütteten Areal zwischen den Inselchen Taipa und Coloane, entsteht jetzt ein gigantischer Vergnügungsdistrikt nach dem Vorbild des Las Vegas Strip. Als erster Meilenstein für die Entwicklung galt 2007 die Eröffnung des Venetian Macau Resort Hotels: Wie das gleichnamige Haus in der US-amerikanischen Zockerstadt verfügt es über eine Rialto-Brücke und einen Markusplatz, nachgebaute Kanäle und Paläste, dazu ein 39-stöckiges Hotel mit 3000 Zimmern und ein Theater mit 2000 Sitzen.

Die neongrellen Lichter und Leuchtreklamen der Kasinos wirken wie ein Make-up der Provinzschönheit Macau, das sich glamourös herausputzt. Doch wie wundersam, wie wunderbar: Ein Teil des Gesichts bleibt dabei unbeleuchtet. Ein halbstündiger Spaziergang führt in der zukünftigen Welthauptstadt des Glücksspiels zum Weltkulturerbe, historischen Stätten unter dem Schutz der Unesco. Wellen geformt aus Abertausenden von schwarzen und weißen Mosaiksteinchen zieren die Bürgersteige, umwogen barocke Kirchen wie São Domingos und ergießen sich über den Largo do Senado, den von Palästen umstandenen Hauptplatz.

Es sind die gleichen Wellen, die auch Rios Copacabana schmücken und den Praça Dom Pedro IV (Rossio) in Lissabon, es sind die Wellen der einstigen Seefahrer-Weltmacht Portugal. 1557 vom chinesischen Kaiser gepachtet, war Macau Europas erste Handelsniederlassung in China, Drehscheibe für Waren, Geld, Missionare. Die Mosaik-Wogen tauchen wieder auf am Tempel der Ama,

Göttin der Fischer und Schutzpatronin von Macau. Ausgerechnet in Macau sind alte chinesische Traditionen erhalten wie sonst nirgendwo. Zahlreich die taoistischen Tempel und Schreine, noch zahlreicher die Besucher, die mit Bündeln von qualmenden Räucherstäbchen himmlischen Beistand erbitten.

Nostalgisch mutet vieles an in Macau, ohne dabei museal zu wirken. Die Wohngegenden im Stadtviertel Penha sehen aus, als hielten sie eine Siesta ab wie zu Kolonialzeiten. An vergitterten Balkonen hängt Wäsche zum Trocknen, auf dem Bürgersteig verkaufen Straßenhändler Obst, gebratene Enten, Schuhe. Sonne und Regen haben den Häusern eine Patina verliehen, die man romantisch finden kann – oder nur armselig. Triste Plattenbauten waren in den sechziger und siebziger Jahren auch in Macau in Mode, aber wenn man genau hinschaut, findet man hier und da Häuser, die aus der Zeit um 1930 stammen und geschmückt sind mit den Ornamenten des Art déco.

Noch immer sind die Straßen mit weiß-blauen Azulejos-Tafeln beschildert, darauf Namen, die kein einheimischer Taxifahrer aussprechen kann, etwa: „Avenida do Conselheiro Ferreira de Almeida“. Portugiesisch ist neben dem Chinesischen die zweite offizielle Sprache Macaus, zu lesen auf Schildern in Bussen, über jedem kleinen Krämerladen. Tatsächlich aber ist die Zweisprachigkeit nur eine Fiktion, die große Mehrheit der Einwohner Macaus spricht nicht Portugiesisch und noch nicht einmal Mandarin-Chinesisch, sondern den kantonesischen Dialekt.

Na und? Der Umgang mit Gegensätzen hat in Macau eine lange Tradition. Auf dem Inselchen Coloane, am Strand von Hác Sá, schlemmen die überwiegend chinesischen Gäste des portugiesischen Restaurants Fernando Feijoada-Eintopf und afrikanisches Huhn. Im chinesischen Garten von Lou Lim Ieoc füttert ein Rentner die Koi-Karpfen im Teich. Und mit lautem Getöse und einer von Propangas gespeisten Feuerlohe explodiert der Vulkan auf dem Fischerman’s Wharf. Fata Morgana? Fata Macau!

 
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