Lufthansa Highlights Oslo

 

Lufthansa Highlights Reisebericht Oslo

 
top

Lufthansa Highlights Oslo: "Es werde Licht"

Es ist still in Oslo. Der Verkehrsstrom des Freitagnachmittags ist versiegt, die Geschäfte in der Karl Johans Gate, der Haupteinkaufsstraße, schließen ihre Türen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm; im Bistro Deli de Luca beginnen junge Leute mit den Vorbereitungen für die nächsten Stunden: Sandwiches, zuckersüßes Gebäck und Fertigsushi werden über den Tresen gereicht, ohne einen Becher Kaffee verlässt keiner den Laden. Denn diese Nacht wird lang. Sehr lang.

Mitte Juni, kurz vor der Sommersonnenwende, legt sich ein Zauber über die Stadt. Das Licht berauscht die Menschen. Bis spät abends hängt der Himmel blaugrau über allem, erst tief in der Nacht färbt er sich rot. Und selbst in der dunkelsten Stunde schmückt noch ein Silberstreifen den Horizont. Wenn sich der Mond wie gelbe Seide im Wasser des Fjords spiegelt, sind die Menschen in Oslo dem Glück ganz nah.

Marit Sehl zieht es an diesem Abend ins Stadtviertel Grünerløkka. Die Opernsängerin aus dem kleinen Ort Filtvet südlich von Oslo hat in Sydney studiert und am dortigen Opernhaus gearbeitet. Später ging sie nach Hamburg. Doch seit fünf Jahren lebt die Mezzosopranistin in Norwegens Hauptstadt. „Die Sehnsucht war zu groß“, sagt sie. Natürlich sei Oslo klein, man gehe nur 30 Minuten von einem Ende der Innenstadt zum anderen. „Aber wenn ich durch Grünerløkka bummele, bekomme ich auch dieses Gefühl von Internationalität, das ich in Sydney und in Hamburg hatte.“

Mit seiner bunten Mischung aus Lebenskünstlern und Einwanderern hat sich das ehemalige Arbeiterviertel zu einem der aufregendsten Stadtteile entwickelt. Tagsüber warten junge Modedesigner in den Geschäften auf Kunden für ihre trendigen Entwürfe. Abends bei Konzerten sitzen Punks und Geschäftsleute einträchtig nebeneinander und trinken ihr Feierabendbier.

Dieses entspannte Lebensgefühl, die Nähe zur Natur und der

kontrastreiche Wechsel der Jahreszeiten machen für Marit den Reiz der Stadt aus. Ihr Lebensgefühl stimmt mit harten Fakten überein: In gleich sieben Jahren des zurückliegenden Jahrzehnts führte Norwegen den Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen an. Der Index setzt sich unter anderem aus dem Bruttonationaleinkommen, der Lebenserwartung und dem Bildungsniveau der Einwohner eines Landes zusammen. Damit wird Norwegen sozusagen amtlich bestätigt, dass es eines der lebenswertesten Länder der Welt ist.

Wie unter einem Brennglas zeigen sich Norwegens Vorzüge in Oslo. Galt die 1000-jährige Stadt am Fjord lange Zeit als Hort der Langeweile und des Traditionalismus, ist sie mittlerweile zum Inbegriff der Erneuerung geworden. Überall drehen sich Baukräne, werden alte Industrie- und Hafenanlagen zu schicken Wohnquartieren umgebaut, gesellen sich neue architektonische Schmuckstücke zu den traditionellen weißen Holzvillen am Hausberg Holmenkollen und den eleganten Geschäftshäusern aus der Zeit um 1900.

Aker Brygge, das ehemalige Werftviertel am Hafen, ist das Herz des neuen Oslo. Hauptstädter und Touristen kommen hierher, in die Geschäfte, Restaurants und Cafés, zum Theater und Kino. Vor den historischen Fassaden der alten Werftanlage gegenüber dem Rathaus können die Osloer ihren zwei Leidenschaften nachgehen: die fürs Kaffeetrinken und die fürs uteliv - was nicht nur „Leben im Freien“, sondern auch „Nachtleben“ bedeutet.

Oslos Reize, insbesondere die kulturelle Vielfalt und die skandinavische Gelassenheit, ziehen vor allem junge Leute an. Dank staatlicher Stipendien fürs Studium und einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa können sie ihr Leben in Oslo finanzieren. Und das, obwohl die Stadt eine der teuersten der Welt ist.

Aber manchmal geht es auch günstig: Mit dem Oslo-Pass zum Beispiel sind die Fahrt mit Bus und Bahn und der Eintritt in viele Museen kostenlos, und den Zauber der langen Sommernächte kann sowieso jeder gratis genießen.

Ruhe und Entspannung finden Besucher gratis im Schlosspark. „Er ist für mich wie mein Garten“, sagt Marit Sehl. Als König Harald 70 Jahre alt wurde, stand Marit Sehl kaum fünf Meter von ihm entfernt. Nicht etwa, weil die Opernsängerin zu den Auserkorenen gehörte, die dem Monarchen die Hand schütteln durften. Nein, jeder Norweger konnte dem König so nahe sein; vorausgesetzt, er war rechtzeitig zum Festakt in den Osloer Schlosspark gekommen.

Trotz einer rasanten Entwicklung hat Oslo noch immer reichlich Freiheit und Freiraum zu bieten. Auch, weil die Stadt am Fjord über ausgedehnte Wald- und Wasserzonen verfügt. Von den 453 Quadratkilometern Fläche bewohnen die rund 575.000 Einwohner gerade einmal ein Drittel. Der Rest sind Wald-, Wiesen- und Wasserflächen, viel Platz für das schöne Leben. Im Sommer pilgern die Osloer zum Baden und zum Segeln an den Fjord oder zum Wandern und Walken auf den Holmenkollen, im Winter fahren sie dort Ski. Die rot-blauen Züge der U-Bahn benötigen von Oslos Zentrum nur rund 30 Minuten bis zum Hausberg mit der berühmten Sprungschanze. Kaum eine andere Stadt kann gleichzeitig mit Badestränden am Meer und Skigebieten aufwarten.

Seit 2008 hat Oslo endlich auch ein repräsentatives Operngebäude: Wie ein schwimmender Eisberg liegt der spektakuläre Bau des renommierten norwegischen Architekturbüros Snøhetta im Hafenbecken des Stadtteils Bjørvika. Schon heute gilt das Haus als architektonisches und kulturelles Highlight Norwegens. Ob es auch skandinavienweit zu einem künstlerischen Leuchtturm wird, muss allerdings das Repertoire zeigen. Marit Sehl hat ihr Ziel jedenfalls fest vor Augen: „Irgendwann will ich da auch mal auf der Bühne stehen.“

 
top


Logo Gruner & Jahr

Weitere Reiseinformationen

Lufthansa Partnerangebote

Avis

Avis - Mietwagen weltweit zu attraktiven Preisen

Zu Avis

HRS

HRS Hotels - über 250.000 Hotels online buchen

Zu HRS

PLNR_739820246

Star Alliance