Lufthansa Highlights Paris

 

Lufthansa Highlights Reisebericht Paris

 
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Lufthansa Highlights: "Ein perfektes Wochenende in Paris"

Manchmal weht ein Wind durch die Stadt, ein lauer, ein sanfter, er scheint vom Fluss her zu kommen, und vielleicht hat der ihn ja auch mitgebracht. Er streicht den Menschen über die Haare, er lässt die Zeitungen der Gäste in den Straßencafés rascheln, schaut neugierig um die Ecken und weht in Schüben die Champs-Élysées hinunter. Er wirbelt durch den Arc de Triomphe, dreht sich um den Eiffelturm, holt kurz Luft und bläst im Montmartre die Treppen zu Sacré-Coeur hinauf und weiter auf den Place du Tertre, wo er die Frisuren der Touristinnen neu arrangiert, die den Malern mit ihren grauen Toulouse-Lautrec-Bärtchen Modell sitzen. Die meisten Menschen bemerken diesen Wind nicht, nicht wissentlich jedenfalls, aber er stimmt sie dennoch heiter. Er beschwingt Schritt und Laune, legt sich samten auf die Haut, er trägt Stimmen und Düfte heran und gleich wieder weg. Und er macht ein bisschen glücklich.

Irgendwie ist immer Frühling in Paris. Natürlich gibt es auch an der Seine alle vier Jahreszeiten, und natürlich kann es hier im Winter bitterkalt sein. Aber selbst wenn man den Kragen hochschlagen muss und den Schal einmal mehr um den Hals wickelt – selbst dann scheint da immer ein Hauch von Frühling in der Luft zu liegen. Was vielleicht damit zu tun hat, dass sich die Hauptstadt der Franzosen immerzu in Aufbruchstimmung befindet.

Eigentlich müsste sie arg bedrückt unter dem Himmel liegen, so viel Geschichte schultert sie, so viele Hinterlassenschaften vergangener Epochen stehen protzig und bedeutungsschwanger herum. Trotzdem wirkt Paris niemals steinalt – Paris wirkt immer jugendlich frisch. Woran das liegt? Das will Paris nicht verraten, das bleibt ihr Geheimnis. Ein paar Tipps: das Laissez-faire, die Kunst, das Licht. Und die Bewohner, die Pariser und Pariserinnen, die tragen auch ihren Teil dazu bei, o ja. Wer zum ersten Mal herkommt, bringt ziemlichen Ballast mit in die Stadt.

All die Vorstellungen! All die Erwartungen! All die „Das-ist-doch-die-Straße-aus-dem-oder-dem-Film“-Momente! Natürlich stimmen sie alle, und natürlich sind sie alle falsch.

Deswegen ist es am besten, man kommt völlig unvorbelastet. Wie anderen Städten auch wird man Paris nicht gerecht, wenn man es auf die üblichen Klischees reduziert. Natürlich fließt die Seine, natürlich scheint Akkordeon-Wehmut in der Luft zu liegen, und natürlich sind die Straßen verstopft und die Menschen elegant, aber das ist nur das offensichtliche Paris. Das echte Paris ist eher wie ein Kriminalroman von Fred Vargas (die übrigens in Montparnasse lebt): Die Wahrheit liegt nicht auf der Fährte der allzu deutlichen Anspielungen, sondern meist zwei oder drei Ecken abseits der ausgetretenen Pfade.

Wo die sind? Überall. Abseits der touristischen Viertel, natürlich, im 13. Arrondissement zum Beispiel, wo Paris noch wie eine Kleinstadt wirkt. Aber auch dort, wo man sie eigentlich nicht vermuten würde, im 18. Arrondissement beispielsweise, dem Montmartre. Zwischen der rue des Abbesses und der rue Lamarck findet man zwei Fußminuten abseits der Besucherströme ein Paris, wie es heute eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte.

Eines, in dem keine zwei Quadratmeter Kopfsteinpflaster eben sind, eines der Stoßstange-an-Stoßstange-Parkreihen und nur noch mit Klebeband haltenden Außenspiegel. Ein Paris, in dem Schuster ihre kleinen Werkstätten neben Programmkinos haben, Schmuckdesigner neben Installateuren und marokkanische Metzger neben asiatischen Crêperien residieren. Ein Paris der verkannten Künstler und eines der verschlafenen Schönheiten, die morgens in Flip-Flops und kaum vorhandenen Negligees mit einem Baguette unter dem Arm vom Bäcker nach Hause schlurfen. Ein Paris des sanft bröckelnden Putzes. Der wackligen Bistrotische. Der schmiedeeisernen Metro-Eingänge. Des nächtlichen Katzenjammers.

Es gibt Orte in dieser Stadt, die sind irgendwann einmal aus den Zeitläufen gefallen und scheinen seitdem in einer Art Parallelwelt weiterzuexistieren, als sei nichts geschehen. Und wenn man sie betritt, kommt es einem vor, als öffne man die Tür zu einer anderen Epoche.

Natürlich passiert einem das in den Museen, klar, aber dort erwartet man es ja auch. Es funktioniert aber auch überall sonst in dieser Stadt. Man betritt ein Bistro, und plötzlich ist 1926. Man trinkt einen Pastis in einer Bar, der Barkeeper legt eine Jazzplatte auf, und man fühlt sich wie in den Sechzigern. Man nennt ja Rom die Ewige, aber Paris steht der Italienerin außer bei den wirklich antiken Stätten in nichts nach. Diese Stadt kann eine Zeitschleuse sein. Eine, die einen Sog ausübt, so stark, dass man ihm nicht widerstehen kann.

Natürlich hat sich einiges geändert in der Stadt, die immer nur sie selbst geblieben ist. Die In-Viertel wechseln im Monatstakt. "Was, du wohnst tatsächlich noch im 13., wir sind ja längst ins 1. gezogen!" Party-Gespräche gleichen sich überall auf der Welt.

Trotzdem hat man den Eindruck, diese Stadt habe sich der Großstadt-Globalisierung entziehen können – Paris ist Paris ist Paris, noch immer. Und am schönsten ist es, wenn man es gewähren lässt und sich ihm anvertraut. Wenn man beschließt, nicht zwanghaft von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen, sondern den Reiseführer im Hotel vergisst. Und um ein oder zwei Ecken biegt und zu sehen, hören und riechen beginnt.

Dann muss man nur noch auf den Wind warten, der vom Fluss herüberweht, diesen lauen und milden Wind, diesen Hauch von Frühling.

 
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