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Lufthansa Highlights Dublin: "Irin ist menschlich"

Cecelia Ahern stützt sich mit den Unterarmen auf die Brüstung und lächelt schüchtern. "Hey, ich bin doch kein Model", sagt sie, als sie für ein Foto auf der Ha’penny Bridge im Zentrum von Dublin steht. Seit fast 200 Jahren spannt sich die gusseiserne Fussgängerbrücke über den Fluss Liffey, einst musste man für die Überquerung einen halben Penny Wegezoll bezahlen. Heute ist die weiß gestrichene Brücke eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Während Cecelia Ahern posiert, gehen lachende Teenager, Mütter mit rothaarigen Kindern an der Hand und Geschäftsleute mit Handy am Ohr über die alte Brücke. Einige erkennen Cecelia Ahern, drehen sich nach ihr um. Die kleine Irin ist seit ein paar Jahren eine große Berühmtheit, ihr Erstlingsroman "P.S. Ich liebe Dich" stand monatelang auf den irischen Bestsellerlisten. Die tragische Liebesgeschichte wurde in 46 Ländern verkauft, sie machte die Mittzwanzigerin mit der Stupsnase und den Sommersprossen zu einer der berühmtesten irischen Schriftstellerinnen.

Die Dubliner wissen auch, dass Cecelia die Tochter des ehemaligen irischen Premierministers Bertie Ahern ist. Dass ihre ältere Schwester Georgina mit Nicky Byrne von der Popgruppe Westlife verheiratet ist. Dass der Sänger Ronan Keating einer ihrer besten Freunde ist. Doch die Iren sind zwar immer interessiert, aber auch stets zurückhaltend. "Wann kommt Ihr neues Buch raus?", fragt eine Blumenhändlerin. Das ist alles. Es gibt keinen Auflauf, kein Gekreische von hysterischen Fans, wenn Cecelia Ahern durch den Dubliner Stadtpark St. Stephen’s Green spaziert, in dem sie sich gerne mit Freundinnen trifft. Dazu sind die Iren zu bodenständig.

Jeden Morgen wuseln Menschenmassen über die Ha’penny Bridge, sie eilen durch die engen Gassen im Vergnügungsviertel Temple Bar, vorbei an den Boutiquen in der Einkaufsstraße Grafton Street in die Büros der Hauptstadt. Dublin (knapp eine Million Einwohner) mag mit den kleinen Backsteinhäusern und den bunt angestrichenen georgianischen Holztüren gemütlich erscheinen, in der Rushhour aber fühlt sich die Stadt wie eine lebhafte Metropole an. "Meine Generation arbeitet sehr hart", sagt Cecelia Ahern.

Am Abend aber stehen die Anzugträger mit gelockertem Schlips und einem guten Pint Guinness in der Hand in Pubs wie dem schummrigen Whelan’s (25 Wexford St.), wo Szenen für den Film "P.S. Ich liebe Dich" gedreht wurden. Oder sie gehen wie die Weißweinliebhaberin Cecelia Ahern in Restaurants wie das Fire (The Mansion House, Dawson Street) im Herzen der Stadt. Das In-Lokal wirkt mit dem hohen Holzgewölbe fast wie eine ehemalige Kirche. Die Einrichtung aber ist modern: runde Sitzecken, abstrakte Kunst und eine offene Küche, in die verliebte Paare oder Geschäftsleute hineinschauen. Cecilia Ahern: "Ich esse hier gerne mit ausländischen Besuchern. Im Fire gibt es frische, irisch angehauchte Gerichte." Zum Beispiel Fischkuchen mit süssem Chili-Dip auf Rucolasalat.

Szenenwechsel: Malahide, ein feiner Vorort von Dublin mit sorgsam getrimmten Rasenflächen, Yachthafen und Tennisclub am Meer. Dort, 20 Minuten von der City entfernt, wohnt Cecilia Ahern zusammen mit ihrem Freund David Keoghan, einem ehemaligen Sportler, der inzwischen als Schauspieler arbeitet. In dem kleinen Seebad Malahide lebte Cecelia schon als Kind; ihre Mutter, seit Jahren vom Vater getrennt, und ihre Schwester wohnen nur wenige Minuten von ihr entfernt.

Ihren Vater, den ehemaligen Taoiseach, wie die Iren den Premier nennen, trifft sie fast jeden Sonntag. Dann gehen sie ins Stadion Croke Park (Croke Park Stadium, Dublin 3) und jubeln mit 82 000 anderen Menschen der Dubliner Mannschaft beim Gaelic Football zu, einer Mischung aus Rugby und Fußball. "Ich komme hierher, seitdem ich fünf bin", sagt sie. Cecelia Ahern ist mit der Öffentlichkeit aufgewachsen. Vielleicht hat ihr das dabei geholfen, trotz des Ruhms auf dem Teppich zu bleiben. Sie hat keinen Fahrer, keinen Bodyguard, nein, sie ist eine ganz normale junge Frau, die eben nur außerordentlich erfolgreich ist.

Der erste große Erfolg mag ihr zugeflogen sein. "Schreiben war schon immer mein Hobby." Aber danach hat Cecelia Ahern sehr hart gearbeitet. Auf ihren 2004 erschienen Erstling folgten bisher sechs weitere Romane.

Wenn sie nicht gerade an einem Buch schreibt, trägt sie immer ein kleines Notizbuch mit sich. Darin notiert sie sich Szenen und Sätze, die sie auf der Straße aufschnappt. "Ich beobachte gern Leute, aber die Figuren in meinen Büchern sind keine existierenden Personen." Cecelia arbeitet nachts. Dann taucht die Tagträumerin, wie sie sich selbst bezeichnet, in ihre Fantasiewelt ab. Erst im Morgengrauen legt sie den Stift aus der Hand und legt sich schlafen.

Nachmittags geht sie oft in ihr Lieblingscafé in Malahide, das Café Provence (1 Church Road, Malahide) mit blau-weiß karierten Tischdecken und hellblauen Holzwänden, trinkt dort einen Kaffee und isst Shepherd’s Pie, einen mit Kartoffelbrei überbackenen Lammhackauflauf. Später tippt sie ihre mit der Hand geschriebenen Zeilen in den Computer, dann schreibt sie weiter. Das geht oft monatelang so. "Meine Fans erwarten jedes Jahr ein neues Buch", sagt die studierte Journalistin.

Manchmal braucht aber auch Cecelia Ahern eine Pause. Dann setzt sie sich ins Auto und fährt die Küste entlang - links das Meer, rechts grüne, satte Weiden - bis nach Howth, einem Fischerort auf einer Halbinsel. "Hierher komme ich, um meinen Kopf freizubekommen, wenn ich mal wieder 24 Stunden am Schreibtisch gesessen hab." Sie schlendert über das East Pier bis zum Leuchtturm an der Hafeneinfahrt und setzt sich auf die Steine. Der Himmel ist wolkenverhangen. Cecelia Ahern fröstelt. Sie zieht über ihr Ringelshirt eine silberne Jacke
und schaut verträumt aufs Meer.

Kitschprinzessin wird sie von Kritikern immer wieder genannt. In ihren Büchern geht es um verlorene Lieben. Um Menschen, die sich einfach nicht kriegen. Die Cover sehen in Irland wie Poesiealben aus, in Pastelltönen mit vielen Schnörkeln. Die Schriftstellerin nennt ihre Geschichten hoffnungsvoll. "Es war nie mein Ziel, berühmt zu werden", sagt sie und lächelt. Warum also darüber noch ein Wort verlieren?

 
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