
Man spricht Spanglish - Latino-Hochburg L.A.
Sie haben Salsa im Blut, Heimweh im Herzen und Tortillas auf dem Teller. Nirgendwo leben in den USA so viele Latinos wie in Los Angeles. Aber vorbei die Zeiten, als sie nur die Gärten der Reichen mähten oder auf deren Kinder aufpassen durften. Heute wächst ihr Einfluss in Kunst, Kultur sowie Politik, und auch der Weg nach Hollywood wird immer kürzer
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„Cerveza gefällig?“ Big John, ein echter Kerl mit grauweißem Pferdeschwanz, ist ein guter Gastgeber. Selbst auf dem Parkplatz der Hollywood Bowl, Kaliforniens schönster Freilichtbühne. Die späte Nachmittagssonne taucht Menschen und
Autos in Pfirsichlicht, in einer Stunde beginnt das jährliche Mariachi USA Festival. Dann werden Bands aus allen Ecken der Vereinigten Staaten die schluchzenden Lieder der
mexikanischen Wandermusiker spielen. Aber bis es so weit ist, bringen sich Big John und die anderen auf dem Parkplatz schon mal mit Bier in Stimmung.
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Hispanoamerikaner in Los Angeles: Einfluss & sozialer Aufstieg

Skyline von Los Angeles: Zum ersten Mal seit 1872 regiert ein Bürgermeister mit mexikanischen Wurzeln die nach New York zweitgrößte US-Stadt. Latinos stellen hier mittlerweile rund die Hälfte aller Einwohner – und gewinnen jetzt an Einfluss in Politik, Wirtschaft und Kultur

Weltstars wie die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez geben dem neuen Selbstbewusstsein der Hispanoamerikaner ein Gesicht, immer mehr Latinas und Latinos etablieren sich in der High Society von Los Angeles

Obwohl viele Latinos stolze US-Bürger sind, zelebrieren sie dennoch mit Leidenschaft den mexikanischen Nationalfeiertag Cinco de Mayo. In Los Angeles dauert das rauschende Fest sogar bis zu einer Woche - und wird dabei teilweise wichtiger genommen als in Mexiko
Die Mischung machts: Mexikanische Einflüsse und hispanischer Stil

¡Viva Méxiko! Wo jetzt die historische Olvera Street verläuft, war Los Angeles in den 1780er Jahren gegründet worden. Noch heute scheint die Stadt hier als spanisch-mexikanische Siedlung weiterzuleben - und gleicht dabei allerdings mehr einem Freilichtmuseum als einem echten Dorf

Auch bei diesem Wandgemälde am Hollywood Boulevard ist der mexikanische Einfluss unübersehbar: Der sogenannte muralismo gilt als Nationalkunst Mexikos. Arbeiten von Diego Rivera, dem Ehemann der Künstlerin Frida Kahlo, wurden in den 1930er und 40er Jahren sogar weltweit bekannt

Was Modedesigner Louis Verdad entwirft, wird schon bald von Hollywoods Stars und Sternchen getragen: „Ich liebe diese Mischung“, sagt Verdad über Los Angeles, „hispanischer Stil prallt hier an jeder Ecke auf anglo-amerikanischen, und daraus wächst etwas ganz Eigenständiges“
Fotos: getty images (4), Corbis (2), mauritius images
