
Zeig! Mir! Leipzig!
Vor ein paar Jahren zog Else Buschheuer von New York zurück nach Leipzig. In eine Stadt mit sozialistischen Teerrückständen und kapitalistischem Blitzblankputz, wie sie selbst sagt. Jetzt führt die Bestseller-Autorin und TV-Moderatorin durchs Nachtleben ihrer Heimatstadt
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Abends halb acht. Ich laufe durch die Leipziger Innenstadt. Im Lipsi-Schritt. Kennen Sie den Lipsi-Schritt? Schritt mit dem linken Fuß nach links. Tap mit dem rechten Fuß nach links, Füße schließen. Ein Leipziger Tanz, den die DDR in den Fünfzigern erfunden hat. Um den westlichen Twist zu bekämpfen. Aber der Lipsi-Schritt hat sich damals nicht durchgesetzt.
Pflastersteine. Kalte, runde Straßenlaternen. Kinder mit Kapuzen. Schals, die zu Schuhen passen. Stretchjeans, die in Stiefel gezogen sind. Ehepaare, die in Restaurants Rouladen essen. Erleuchtete Fenster in alten Fassaden. Vanilleduft aus einem Teeladen. Ständer mit Ansichtskarten werden eingeholt. Der Akkordeonist spielt sein letztes "Rondo alla turca". Ein Hauch von Hauff-Märchen.
In der Pinguin-Eisbar hab ich als Kind meinen ersten Eisbecher verputzt (Katharinenstraße 4). Eine heiße Milch an kalten Tagen kostet hier 1,60 Euro. Der Marktplatz, seit Jahren eine Baustelle. Der Perückenmacher Woyzeck wurde dort 1824 enthauptet, weil er aus Eifersucht seine Geliebte erstochen hatte.
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Kneipen, Clubs & Hochhäuser

Am Barfußgässchen, auch Drallewatsch genannt, schätzt Autorin Else Buschheuer nicht zuletzt die hohe Kneipendichte.

Das in der Nähe des Mendebrunnens stehende City-Hochhaus ist ein Leipziger Wahrzeichen. Es wurde 1972 als damals höchstes deutsches Gebäude fertiggestellt

Jazz, Funk, Disco: Das Spizz gehört zu den angesagtesten Clubs Leipzigs, regelmäßig stehen hier auch Live-Acts auf dem Programm
Leipziger Allerlei der Abendgestaltung

Leipziger Allerlei statt Einerlei: Wer Speiseeis liebt, kommt an der alt eingesessenen Milchbar Pinguin nicht vorbei

Im Restaurant Kim genießt Else Buschheuer ihr koreanisches Lieblingsgericht: Bulgogi, gewürztes, dünn geschnittenes Rindfleisch, am Tisch gebraten, dazu Kim-Chi (sauer eingelegten Chinakohl) und heißer Sake (Reiswein)

Erst Klassik, dann Blues: Am Augustusplatz zählt das 1981 fertiggestellte "dritte" Gewandhaus zu den größten Konzertstätten des Landes. Seine beiden Vorgängergebäude waren 1498 und 1884 eröffnet worden
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Else Buschheuer wurde 1965 in Eilenburg bei Leipzig geboren. Schon mit ihrem ersten Roman „Ruf! Mich! An!“ landete sie 2000 einen großen Erfolg, 2010 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Masserberg“ aus dem Jahr 2001 erneut beim Aufbau-Verlag (8,95 Euro, ISBN 978-3-7466-2587-4). Mittlerweile ist die Autorin und Moderatorin auch bei Twitter aktiv: http://www.twitter.com/buschheuer
Fotos: Jörg Gläscher (6) Jackal/fotolia, Taner/Corbis





