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Berlin Brandenburgertor

 

Wir sind so frei

Mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrem Fall ist die Mauer fast vollkommen aus dem Stadtbild der deutschen Hauptstadt verschwunden. Doch die Erinnerung an das historische Bauwerk ist in Berlin bis heute sehr lebendig. Eine Spurensuche...

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Dieser Trabbi ist nicht aufzuhalten. Ohne einen Kratzer abzubekommen durchbricht er die Mauer und bahnt sich den Weg in die Freiheit. Nur die Graffiti der Sprayer hätten ihn im Laufe der Jahre fast zerstört. Auch deshalb malt Birgit Kinder den Trabbi an der East Side Gallery noch mal neu, inzwischen zum fünften Mal. Seit den frühen Morgenstunden steht sie vor der Betonwand

an der Mühlenstraße, umringt von Touristen und einem japanischen Fernsehteam, und restauriert ihr Bild. An dem 1,3 Kilometer langen Mauerstück hatten sich Künstler aus aller Welt ihre Wendeeuphorie von der Seele gemalt, dabei erschafften sie die längste Freiluftgalerie der Welt.

Mit der Wende begann auch Birgit Kinders Karriere als Künstlerin. 1983 war die gebürtige Thüringerin aus Gehren nach Ost-Berlin gezogen,

dort arbeitete sie bei der Deutschen Reichsbahn, nach Feierabend besuchte sie Kurse für bildende Kunst. Als sie die Nachricht vom Mauerfall erreicht, wusste Kinder: „Das ist meine Stunde null. Jetzt sind alle Wände grau“, sagt die Künstlerin heute. ....

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Auf den Spuren der Berliner Mauer

Brandenburger Tor

Symbol der Trennung, Symbol der Einheit: Nach dem Bau der Mauer stand das Brandenburger Tor mitten im Sperrgebiet - und blieb die folgenden 28 Jahre für DDR- und BRD-Bürger gleichermaßen geschlossen. Kurz nach dem Mauerfall wurde es am 22. Dezember 1989 wieder geöffnet und daraufhin aufwendig saniert, heute befindet es sich unweit von Reichstag und Kanzleramt im Herzen der wiedervereinigten Hauptstadt

Trabbi Bild

Go, Trabbi, go: Birgit Kinders Bild eines die Mauer durchbrechenden DDR-Kleinwagens ging um die Welt. Im Juli 1990 hatte sie es zum ersten Mal an die Mauer gemalt, ihr eigenes Auto stand damals Modell. Als East Side Gallery blieb der Mauerabschnitt mit dem Trabbi-Bild zwar bis heute erhalten, doch das berühmte Werk musste die Künstlerin mittlerweile noch weitere vier Mal malen oder nachbessern: Es war immer wieder durch Graffiti beschädigt worden

Berliner Mauer

Nur noch eine ganz normale Mauer: Von bewaffneten DDR-Grenzern bewacht war das für sich genommen vergleichsweise niedrige Bollwerk 28 Jahre lang so gut wie unüberwindbar. Erst im November 1989 sahen die Grenzsoldaten tatenlos dabei zu, wie ihr sogenannter "antifaschistischer Schutzwall" von Deutschen aus beiden Staaten erstürmt und erklettert wurde

 
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Gedenkstätten und Museen erinnern an die Mauer

Berliner Mauer

Nur an wenigen Stellen sind kleinere Abschnitte der Berliner Mauer noch bis heute erhalten geblieben. Das Bollwerk hatte auseinander gerissen, was zusammen gehörte, sogar Todesopfer gefordert - und sollte daher nach seinem Fall schnell verschwinden. Doch an vielen Orten hat es Spuren im Stadtbild hinterlassen: Dieser gepflasterte Streifen zieht sich wie eine Narbe sechs Kilometer lang durch die Hauptstadt

Checkpoint Charlie

Bekannt aus Film und Fernsehen: Im Kalten Krieg war der Checkpoint Charlie wichtigster Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin, er wurde gleichermaßen von Agenten und Diplomaten genutzt. Heute wird Geschichte hier perfekt inszeniert - und Touristen so ein beliebtes Fotomotiv geboten. Für Schnappschüsse stehen sogar Schauspieler in Uniform zur Verfügung

Berliner Mauer

"Geschichte kennen, damit sie sich nicht wiederholt": Weniger spektakulär aber dafür würdiger und ernsthafter erinnert in Berlin-Mitte die Mauergedenkstätte Bernauer Straße an den "antifaschistischen Schutzwall" und seine Opfer, bis 2011 soll sie nun erweitert werden

 
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Lufthansa Tipps

Tipp 1:
1990 verewigten sich 118 Künstler aus 21 Ländern auf einem 1,3 Kilometer langen Mauerstück und schufen so die längste Freiluftgalerie der Welt. In diesem Sommer wurden die Bilder restauriert und versiegelt. Der Eintritt ist frei.
Info:
East Side Gallery: Mühlenstraße, Tel. +49-30/251 71 59 www.eastsidegallery-berlin.com

Tipp 2:
Ein Denkmal zeigt, welche Ausmaße die Grenzanlage früher hatte; das Dokumentationszentrum informiert über den Mauerbau, in der Kapelle der Versöhnung wird viermal die Woche der Maueropfer gedacht.
Info:
Gedenkstätte Berliner Mauer: Bernauer Straße 111, Tel. +49-30/467 98 66 66 www.berliner-mauer-gedenkstaette.de

Tipp 3:
Jürgen Litfin hat einen ehemaligen Wachturm in der Nähe des Humboldthafens zu einem kleinen Museum und einer Gedenkstätte für seinen Bruder und alle Opfer der Mauer umgebaut.
Info:
Gedenkstätte Günter Litfin: Kieler Straße 2, Tel. +49-163/379 72 90 www.gedenkstaetteguenterlitfin.de

Tipp 4:
Zugegeben, das Museum wirkt etwas angestaubt: Dafür sind manche Exponate umso sehenswerter, zum Beispiel die kuriosen Fluchtmittel wie Heißluftballon, Motordrachen und Mini-U-Boot.
Info:
Mauermuseum Friedrichstraße 43–45, Tel. +49-30/253 72 50 www.mauermuseum.de

 

Fotos: Masterfile; Bärbel Schmidt; getty images; Agentur Huber (3)

 
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